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Schiffsunglück in der Ostsee geht glimpflich aus

249 Menschen nach Explosion von brennender Fähre gerettet

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Cuxhaven, 9. Oktober (AFP) - Auf der Ostsee ist ein schweres Schiffsunglück glimpflich ausgegangen. Eine Passagier- und Autofähre mit fast 250 Menschen an Bord geriet in der Nacht zu Samstag nach einer vermutlich durch einen technischen Defekt an einem Lkw ausgelösten Explosion in Brand, wie das Havariekommando Cuxhaven mitteilte. Sämtliche Passagiere und die Besatzung konnten gerettet werden, drei Verletzte wurden mit Hubschraubern ausgeflogen.
Bei dem Schiff handelt es sich um die 200 Meter lange Auto- und Personenfähre »Lisco Gloria«, die unter litauischer Flagge fährt, wie das Havariekommando des Bundes und der Küstenländer erklärte. Die Fähre sei von Kiel zum litauischen Klaipeda (Memel) unterwegs gewesen, als sich gegen Mitternacht auf dem Oberdeck die Explosion ereignet habe. Einen Terroranschlag als Ursache der Explosion schloss die Landespolizei in Kiel aus. Die ersten Ermittlungen deuteten auf einen technischen Auslöser, der von einem der an Bord transportierten Lkw ausgegangen sei, hin.

Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks nordwestlich der Insel Fehmarn. Die Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten den Angaben zufolge alle auf einer anderen Fähre in Sicherheit gebracht werden. Nach Angaben der Landespolizei von Schleswig-Holstein wurden insgesamt 249 Menschen von dem Schiff gerettet. Es gebe 28 Verletzte, davon hätten 23 in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen. Drei Menschen waren mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung sofort per Hubschrauber in Krankenhäuser ausgeflogen worden. Lebensgefahr bestehe bei keinem. Die Passagiere stammten den Angaben zufolge aus Deutschland, Dänemark, Litauen, Lettland, Argentinien und Russland.

Die übrigen Passagiere seien am Morgen per Schiff wieder in Kiel eingetroffen, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Sie würden ärztlich und psychologisch betreut. Schon am Abend sollte nach Polizeiangaben ein Großteil der Passagiere mit einer anderen Fähre in Richtung Litauen aufbrechen.

Die Aufklärung der genauen Ursache wird nach Angaben des Havariekommandos wohl noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Es werde wie bei solchen Fällen üblich »in alle Richtungen ermittelt«.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. Durch die Löscharbeiten bekam die Fähre, die sich mittlerweile in dänischen Gewässern befindet, zunächst etwas Schlagseite, wie der Sprecher des Havariekommandos sagte. Um ein Sinken zu hindern, sei dann die Taktik geändert worden. »Das Schiff wird jetzt an den Seiten mit Wasser bespritzt, um die Außenhülle abzukühlen.« Alles Brennbare auf dem Schiff solle »gezielt ausbrennen«, sagte der Sprecher.

Gefahr für die Umwelt besteht den Angaben zufolge nicht. »Es droht keine Umweltkatastrophe«, sagte der Sprecher. »Es scheint zu gelingen, dass das Schiff nicht auseinanderbricht.« Trotzdem stünden zwei deutsche und zwei dänische Ölbeseitigungsschiffe vor Ort bereit.

Bis das Schiff ausgebrannt und abgekühlt ist, werden nach Angaben des Havariekommandos noch voraussichtlich zwei bis drei Tage vergehen. Erst dann könne es in einen Hafen geschleppt und weiter untersucht werden, sagte der Sprecher.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle, reiste nach Cuxhaven, um sich ein Bild von der Arbeit der Gesamteinsatzleitung zu machen. Er lobte die »Professionalität des Einsatzes des Havariekommandos«. »Die Experten haben mit viel Erfahrung die Situation gemeistert und leisten gute Arbeit«, erklärte er.

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