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50 000 demonstrierten gegen Atomkraft

München: Größter Anti-AKW-Protest seit 1985

München (dpa/ND). Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonnabend in München gegen die Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung protestiert. Höhepunkt der Demonstration gegen verlängerte Laufzeiten der Atomkraftwerke war eine rund zehn Kilometer lange Menschenkette durch die Münchner Innenstadt. Daran nahmen nach Angaben der Organisatoren knapp 50 000 Menschen teil. Erst vor wenigen Wochen waren in Berlin rund 100 000 Menschen gegen die Atompolitik von Union und FDP auf die Straße gegangen.

In der bayerischen Landeshauptstadt war es eine der größten Demonstrationen seit Jahren. Marcus Greineder, Cheforganisator des Bündnisses »KettenreAktion Bayern«, sprach von einem Riesenerfolg. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte: »Der heutige Tag zeigt, dass die Menschen wieder bereit sind, gegen eine solche Politik auf die Straße zu gehen. Der Versuch, diese 50 000 zu Berufsdemonstranten zu erklären, ist nur noch lächerlich.« Zu der Demonstration hatte ein breites Bündnis aus Parteien und Bürgerinitiativen aufgerufen.

Nachdem Union und FDP den zehn Jahre alten Atomausstieg von Rot-Grün im September aufkündigten, soll das letzte Kernkraftwerk nun nicht vor dem Jahr 2036 vom Netz gehen. Von der geplanten Laufzeitverlängerung sind auch die fünf bayerischen Atomkraftwerke betroffen – darunter der besonders umstrittene Meiler Isar 1, der bereits seit 1977 am Netz ist.

Die Münchner Aktion war die größte Anti-Atom-Demonstration in Bayern seit der Kundgebung gegen die später verworfene atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf im Jahr 1985. Damals hatten zwischen 30 000 und 50 000 Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt gegen die Atomenergie protestiert

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