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Im Schatten der FU

Trotz mehrerer Anläufe hat es die HU noch nicht zur »Elite-Uni« gebracht

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In ihrem Selbstverständnis gehört die Humboldt-Universität (HU) zur Elite. Schließlich ist man nicht irgendwer, das symbolisiert schon die feine Adresse an der Prachtstraße »Unter den Linden« in der deutschen Hauptstadt. Doch nach 1990 wollte es mit dem Spitzenplatz in der deutschen Hochschul-Landschaft nicht so recht klappen, obwohl doch zahlreiche (West-)Wissenschaftler mit Reputation an die Universität geholt wurden.

Auf den Titel »Elite-Uni« wartet die HU allerdings bis heute. 2007 reichte es nur für vier Forschungscluster und drei Graduiertenschulen, und dies entgegen der Annahme von Experten, die die HU damals in der Favoritenrolle sahen. Den mit 100 Millionen Euro Fördergelder prämierten »Gesamtsieg« holte die Konkurrenz aus dem Westen der Stadt – die erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete Freie Universität (FU). Im Jahr davor überstand die HU nicht mal die Vorauswahl. Ihr Präsident Christoph Markschies führte das Scheitern auch auf den erst »vor 17 Jahren erfolgten Eintritt der HU in das bundesdeutsche Wissenschaftssystem« zurück.

Vor wenigen Wochen startete eine neue Runde im Wettbewerb um Deutschlands Super-Unis. Die HU bewirbt sich mit einem Konzept, in dem etwas nebulös von »Persönlichkeit«, »Offenheit« und »Orientierung« die Rede ist. Klarer ist da die Konkurrenz von FU und Technischer Universität (TU). Die FU wirbt mit der Fortsetzung ihrer internationalen Ausrichtung, die TU stellt die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in der Region in den Vordergrund.

Ein Nachteil für die älteste Hochschule Berlins ist ihr Ruf, vor allem in Gesellschafts- und Geisteswissenschaften gut aufgestellt zu sein. Bei den bisherigen Runden im Elite-Wettbewerb dominierten nämlich Unis mit starken technischen, naturwissenschaftlichen Forschungszentren. Ein weiterer Nachteil ist die chronische Finanzknappheit der Hauptstadt. Ein Viertel der Fördersumme muss das jeweilige Land aufbringen, in dem die Elite-Uni liegt. Bei der letzten Elite-Entscheidung betonte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) aber, dass die Befürchtung, ein Bundesland könne diese Summe nicht dauerhaft garantieren, natürlich die Chancen eines Bewerbers aus diesem Land deutlich verringere.

Allzu wichtig sollte man den Elite-Wettbewerb allerdings nicht nehmen. Etwa 100 Millionen Euro – verteilt auf vier Jahre – erhält eine deutsche »Elite-Uni« für den Ausbau ihrer Spitzenforschung. Das ist eine nur auf den ersten Blick beeindruckende Zahl – der Jahresetat von Harvard etwa beträgt 2,5 Milliarden Dollar. Die Technische Hochschule (TH) Karlsruhe, die in der ersten Wettbewerbsrunde 2006 neben den beiden Münchner Unis zu den Siegern zählte, muss dagegen mit jährlich 250 Millionen Euro auskommen.

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