Wischen, einkaufen – oder auch Kühe melken

8155 Zivildienstleistende gibt es derzeit in Bayern. Wie lange noch?

  • Von Rudolf Stumberger, München
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Bundesweit sind es rund 62 000 Zivildienstleistende, die anstelle des Wehrdienstes in Krankenhäusern Patienten von Station zu Station schieben, behinderte Kinder zur Schule fahren oder Einkäufe für alte Menschen erledigen. In vielen sozialen Einrichtungen sind sie nicht mehr wegzudenken. Doch was, wenn der Zivildienst bald wegfällt?

Genau 8155 Zivildienstleistende gibt es derzeit in Bayern. Schon jetzt ist der Zivildienst durch eine jüngste Gesetzesänderung auf sechs Monate verkürzt, mit der sich abzeichnenden Aussetzung der Wehrpflicht steht er vor dem Aus. Dabei sind manche Ersatzdienstleistende heute sogar bereit, freiwillig länger zu dienen als gesetzlich vorgeschrieben.

Wie Andreas Hötzel zum Beispiel. Der 19-Jährige stammt aus einem kleinen Ort in Baden-Württemberg und hat sich entschieden, seinen Zivildienst beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in München zu absolvieren – auch »der Großstadt wegen«. Seit 1. Juli arbeitet er als »Hausmeister« im Alten- und Behindertenzentrum des BRK in München-Lehel.

Um sechs Uhr morgens aufstehen und die Mülltonnen auf die Straße stellen, kaputtgegangene Lampen in den Seniorenwohnungen austauschen, Duschköpfe an der Wand im Bad befestigen, den Garten von Papierresten säubern – all das gehört zu den Pflichten des Z...

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