Private Privilegien verteuern Gesundheitssystem

Grüne Bürgerversicherung könnte Versicherte und Arbeitgeber entlasten

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Auch die Partei Bündnis 90/ Die Grünen will die Kosten für die Krankenversicherung gerechter verteilen. Dazu ließ die Partei sich jetzt ein Gutachten erstellen, das ausrechnet, welche Auswirkungen die Beteiligung aller am Solidarausgleich und die Ausweitung der Finanzierungsbasis hat. Vorgestellt wurde die Expertise gestern in Berlin bei einem Fachgespräch der Bundestagsfraktion.

Die Wissenschaftler vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen gingen von einem Grundmodell der grünen Bürgerversicherung aus, das die jetzige Beitragsbemessensgrenze beibehält, die gesamte Bevölkerung einbezieht, für alle Einkommensarten eine Beitragspflicht vorsieht und nur Kinder sowie die Ehe- oder Lebenspartner von der Beitragszahlung freistellt, die Kinder bis zu 10 Jahren erziehen oder Angehörige pflegen. Für die dann nicht mehr beitragsfrei Mitversicherten soll ein Splitting eingeführt werden. Abweichungen davon wurden als Varianten berechnet, so dass theoretisch 720 Kombinationen von Modellen möglich waren.

Schon das Grundmodell führt zu einer Reduktion des Beitragssatzes um 1,6 Punkte, also von den heutigen 14,8 auf 13,2 Prozent der Einkommen. Würde nun noch die Beitragsbemessensgrenze völlig aufgehoben, könnte der allgemeine Beitragssatz auf 11,9 Prozent sinken. Dann würden alle Versicherten proportional zu ihren E...


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