Deutschland sucht seine Leistungsträger

Unionspolitiker wollen Fachkräfte aus ihrem liebsten Kulturkreis: dem deutschen

  • Von Regina Stötzel
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Ein Dilemma für Seehofer und seinesgleichen: Die deutsche Wirtschaft braucht Fachkräfte, auch aus dem Ausland. Aber mehr Ausländer sollen nicht nach Deutschland einwandern. Und schon gar nicht die falschen.

Anders als die Debatte um die Äußerung des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) vermuten lässt, drängen gar nicht so viele Araber und Türken auf den deutschen Arbeitsmarkt. Für diese »anderen Kulturkreise« hatte Seehofer eine Zuzugsbegrenzung gefordert. Tatsächlich kommen die meisten Zuwanderer aus Polen, Rumänien und den USA. Erst an vierter Stelle folgt die Türkei, vor Bulgarien. Die arabischen Länder sind gänzlich zu vernachlässigen.

Und selbst das ist noch nicht die ganze Wahrheit: Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wandern derzeit unterm Strich mehr Menschen aus Deutschland aus als nach Deutschland ein. So gingen 2008 und 2009 jeweils gut 10 000 Menschen mehr von hier in die Türkei als umgekehrt.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass Deutschland sich immer mehr zum Niedriglohnland entwickelt und für gut Ausgebildete wenig attraktive Jobs zu bieten hat.

Die deutsche Unternehmerschaft hat das realisiert. S...


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