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Westdeutsche zieht es an sächsische Unis

Mehr Studierende aus den alten Ländern

Die Kampagnen der sächsischen Hochschulen zeigen Wirkung. Immer mehr junge Leute aus Westdeutschland kommen zum Studieren in den Freistaat. Ein Pluspunkt: Sachsen verlangt keine Studiengebühren.

Leipzig (dpa/ND). Von wegen demografischer Wandel: Trotz geburtenschwacher Abiturjahrgänge bleiben die Zahlen der Erstsemester an sächsischen Hochschulen annähernd konstant, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Der Grund: Immer mehr westdeutsche Abiturienten schreiben sich für ein Studium im Freistaat ein. 358 der 2000 Erstsemester an der TU Chemnitz kommen aus Westdeutschland, vor einem Jahr waren es nur 200. Unter den Erstsemestern der Universität Leipzig stammen 1000 der mehr als 6000 Neu-Immatrikulierten aus den alten Bundesländern. In der sachsen-anhaltischen Nachbarstadt Halle ist es sogar jeder Dritte.

Kampagne gegen die Hemmschwelle

»Dass die Zahl der westdeutschen Studierenden steigt, scheint mit der sächsischen Kampagne zusammenzuhängen«, sagt Manuela Rutsatz, Sprecherin der Universität Leipzig. Sie meint »Pack dein Studium. Am besten in Sachsen«, eine Kampagne, die seit 2008 im Internet, in sozialen Netzwerken und persönlich in westdeutschen Gymnasien für alle 15 sächsischen Hochschulen wirbt. Zuletzt machten die Werber Station in Bayern, dort steht im kommenden Jahr durch die Umstellung auf das Abitur in 12 Jahren ein doppelter Abitur-Jahrgang ins Haus.

Ein Segen für ostdeutsche Hochschulen, denn in Ostdeutschland haben gerade die geburtenschwachen Jahrgänge aus der Wendezeit ihr Abitur gemacht. »Viele Jugendlichen haben eine Hemmschwelle, kommen nicht von sich aus darauf, in den Osten zu gehen«, sagt Sabine Hülsmann, Projektverantwortliche für die Kampagne. Deswegen würden auch immer westdeutsche Studenten mit auf Werbetour fahren, die bereits nach Leipzig, Chemnitz, Zittau oder Dresden zum Studieren gegangen sind.

Im Freistaat studieren ohne Gebühren

Die großen Pluspunkte der sächsischen Universitäten? »Das beste Lockmittel sind die nicht vorhandenen Studiengebühren«, sagt Karsten Eckold, Sprecher der TU Dresden. Zwar hätten sich an der Technischen Universität in diesem Wintersemester mit 7900 Erstsemestern gut 200 Studenten weniger neu eingeschrieben als vor einem Jahr. Der Anteil der westdeutschen Studenten stieg jedoch auch an der größten Universität des Freistaates. Jeder fünfte Studienanfänger in Dresden kommt aus den alten Bundesländern. »Damit konnten wir den Rückgang der Studentenzahlen geringer als erwartet halten. Das ist gut, denn in den kommenden Jahren werden noch weniger ostdeutsche Abiturienten fertig«, sagt Eckold.

Zahlen für den gesamten Freistaat hat das sächsische Wissenschaftsministerium noch nicht. Doch die Strategie der bundesweiten Kampagne und des Verzichts auf Studiengebühren scheint aufzugehen. Deswegen wird bei den derzeitigen Haushaltsberatungen auch eine Verlängerung von »Pack dein Studium« diskutiert, das zunächst nur bis Ende des Jahres angelegt war und 2,5 Millionen Euro kostete. Das Geld dafür kommt aus dem Hochschulpakt von Bund und Ländern. Denn auch die westdeutschen Bundesländer haben ein Interesse an der Studentenwanderung von West nach Ost: Bei ihnen steigen die Zahlen der Abiturienten noch, sowohl durch geburtenstarke Jahrgänge als auch durch Umstellungen auf das Abitur in 12 Jahren.

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