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Nietzsche-Zentrum

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Nach zweijähriger Bauzeit wurde gestern im sachsen-anhaltischen Naumburg das Nietzsche-Dokumentationszentrum eröffnet. Zeitgleich begann dort der jährliche Kongress über den deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (1844-1900). Insgesamt hat der Neubau etwa drei Millionen Euro gekostet. Gefördert wurde er vom Land Sachsen-Anhalt, der EU und der Stadt Naumburg. epd
Nachgefragt bei:
PD DR. ANDREAS URS SOMMER
Direktor der Friedrich-Nietzsche-Stiftung

Das neue Dokumentationszentrum soll einen transparenten und zeitgemäßen Umgang mit Nietzsches Werk ermöglichen. Was ist darunter zu verstehen?
Es geht in erster Linie um die Rezeptionsgeschichte von Nietzsches Werk. Kein anderer Philosoph hat wohl, auch wegen der Deutungen seiner Arbeiten durch die Nationalsozialisten, so viele Missverständnisse im 20. Jahrhundert ausgelöst. Diese Missverständnisse sollen im neuen Zentrum im Zuge einer kritischen Rezeptionsgeschichte ausgeräumt werden. Dafür hat die Stadt Naumburg die Literatursammlung des amerikanischen Germanisten Richard Frank Krummel gekauft und dem Dokumentationszentrum übergeben. Sie umfasst rund 7000 Werke und ist die wohl größte und wichtigste Sammlung von Primär- und Sekundärliteratur über Nietzsche.

Welche Rolle hat bei der Entscheidung für den Standort des Dokumentationszentrums gespielt, dass Nietzsche den Großteil seiner Kindheit und Jugend in Naumburg verbrachte?
Das war durchaus wichtig. Denn der Philosoph hatte immer eine enge, wenn auch sehr ambivalente Beziehung zu seiner Heimatstadt. Anders beispielsweise als zu Weimar, wo er nur während weniger Jahre von seiner Schwester gepflegt wurde und geistig umnachtet starb. Das Dokumentationszentrum befindet sich direkt neben dem Nietzsche-Haus, wo er einst aufwuchs und heute ein Museum eingerichtet ist. Die Stadt Naumburg zeigt sich zudem sehr offen für Nietzsche. Wir wurden von ihr und dem Land Sachsen-Anhalt beim Aufbau des Dokumentationszentrums intensiv unterstützt.

Warum übt Nietzsches Werk 110 Jahre nach seinem Tod immer noch eine große Faszination auf viele Menschen aus?
Er gehört sicherlich zu den Autoren des 19. Jahrhunderts mit dem größten Erregungspotenzial. Dies zeigt sich auch, wenn an Universitäten Nietzsche-Seminare abgehalten werden. Diese sind immer proppenvoll. Nietzsche hat nicht irgendwelche Lehren für die Nachwelt hinterlassen. Seine Leser sind dagegen vor allem von der Vielgestaltigkeit seines Werks fasziniert.

Gestern begann zur Eröffnung im Dokumentationszentrum ein viertägiger Nietzsche-Kongress unter dem Motto »Einige werden posthum geboren«, unter anderem mit dem Schriftsteller Martin Walser. Ist nun geplant, ähnliche Veranstaltungen regelmäßig im neuen Nietzsche-Zentrum abzuhalten?
Ja. Dort wird ein reger Tagungsbetrieb stattfinden. Bereits kurz nach der deutschen Einheit wurde Naumburg in den 1990er Jahren zu einem wichtigen Ort für Tagungen und Kongresse über Nietzsche. Doch diese mussten bisher immer in Hotels oder Kongresshallen stattfinden. Nun gibt es hierfür ein eigenes Haus, das sich über Nietzsche hinaus auch zu einem Magneten für andere philosophische Themen entwickeln wird.

Fragen: Aert van Riel

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