Blaulicht gegen Schweine

Im Nordosten gehen 20 Prozent der Autounfälle auf Wildtiere zurück. Abhilfe ist wohl nicht in Sicht

  • Von Winfried Wagner, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Der Wildreichtum sorgt in Mecklenburg-Vorpommern für gefährliche Straßen, gerade im Herbst. Die Behörden probierten etliche Methoden, um die Wildwechsel sicherer zu machen. Bisher war die Wirkung gering.

Neustrelitz/Schwerin. Immer wenn es Herbst wird, ist Hans-Joachim Conrad im Auto besonders angespannt – wie viele Kraftfahrer. »Ich fahre jeden Morgen die Bundesstraße 198 bei Neustrelitz lang und kenne die Stellen, wo das Wild steht«, sagt der 56-Jährige. Doch Conrad ist nicht nur Autofahrer, sondern beim Straßenbauamt auch für die Entschärfung gefährlicher Wildwechsel zuständig. Sein Fazit nach zahlreichen Versuchen: »Bisher haben sich die Tiere an fast alle Methoden gewöhnt.«

An den wildreichsten Strecken in den Kreisen Mecklenburg-Strelitz, Uecker-Randow und Müritz wurden im Januar sogar »blaue Lichter« installiert. Ein durchschlagender Erfolg blieb aber auch damit bisher aus, heißt es bei der Polizei.

Der Naturreichtum Mecklenburg-Vorpommerns, der von Touristen so geschätzt wird, schlägt sich auch in der Unfallbilanz nieder. Von den rund 58 000 Unfällen 2009 geht jeder Fünfte auf Zusammenstöße mit Wild zurück. Dabei wurden 1...


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