Die NATO stellt nicht nur Honigtöpfe auf

Der Westen will sich gegen Internet-Attacken wehren – und schweigt über eigene Angriffsfähigkeiten

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die NATO berät über ein neues, zeitgemäßes strategisches Konzept. Bisher – so wird betont – musste man sich gegen Angriffe von Land, von See, aus der Luft und dem Weltraum wappnen. Nun kommt eine fünfte Dimension hinzu – das Internet. Doch das westliche Bündnis ist keineswegs nur Opfer solcher Angriffe.

Artikel 5 des NATO-Vertrages legt fest, dass ein bewaffneter Angriff auf ein Mitgliedsland als Attacke auf das gesamte Bündnis betrachtet wird und folglich solidarisch abgewehrt werden kann. Diesen sogenannten Bündnisfall hat die NATO bislang nur einmal praktiziert – nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 in New York und Washington. Das Ergebnis war unter anderem ein Krieg in und um Afghanistan.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat den 28 Bündnismitgliedern ein Papier vorgelegt, in dem sogenannten Cyber-Attacken eine große Bedeutung zugemessen wird. Seit langem schon gibt es insbesondere in den westlichen Industrienationen eine gewaltige Angst vor einem »elektronischen Pearl Harbor«. In Anspielung auf den ebenso überraschenden wie verheerenden Angriff auf die US-Pazifik-Basis im Jahre 1941 warnen Experten vor einem vergleichbaren Angriff aus den Tiefen des Internet-Raumes.

Nur einen kleinen Vorgeschmack auf so ei...


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