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Hannelore Kraft / Die Ministerpräsidentin von NRW ist bald auch Präsidentin des Bundesrats

Sie ist die erste Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens. Ab dem ersten November wird sie zugleich erste Präsidentin des Bundesrates und damit die erste weibliche Nummer Vier im Staate: Hannelore Kraft, die sich so lange zierte, das Zepter an Rhein und Ruhr zu ergreifen. Als die Sozialdemokratin sich im Juli dann doch noch an die Spitze einer rot-grünen Minderheitsregierung wählen ließ, geschah das auf unsanften Druck aus der eigenen und der grünen Partei. Ein Hauptargument lautete, nur durch den Machtwechsel in NRW könne die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat gebrochen werden.

Gestern, keine 100 Tage später, wurde Kraft schon an die Spitze der Länderkammer gewählt. Eine Formalie, eigentlich. Denn der Posten wird von Landeschef zu Landeschef weiter gereicht, so will es die »Königsteiner Vereinbarung« von 1950. Und NRW war turnusgemäß an der Reihe.

Damit wird auch das vierte der fünf protokollarisch höchsten Staatsämter erstmals von einer Frau besetzt. Nicht-Männer standen zuvor bereits an der Spitze des Bundestages (erstmals Annemarie Renger, ab 1972), der Bundesregierung (Angela Merkel, seit 2005) und des Bundesverfassungsgerichts (Jutta Limbach, ab 1994). Lediglich das Staatsoberhaupt war bisher stets männlich, eine Bundespräsidentin gab es noch nie.

Immerhin hat der erste Mann im Staate erstmals eine Stellvertreterin, denn auch diese Rolle nimmt Kraft qua ihres neuen Amtes als Bundesratspräsidentin zwölf Monate lang ein. Die protestantische Ex-Katholikin ist zudem seit 2007 allererste Landes- und stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD.

Eine steile und rasante Karriere für eine gerade mal 49-Jährige. Aus Mülheim an der Ruhr und einfachen Verhältnissen stammend, absolvierte Kraft eine Ausbildung zur Bankkauffrau, studierte dann Ökonomie. 2000 wurde sie zur Landtagskandidatin nominiert, übrigens zu vieler Genossen und auch der eigenen Überraschung. Ihren ersten Karrieresprung verdankte sie Wolfgang Clement, der die frisch gebackene Parlamentarierin wenige Monate später in sein Kabinett berief. Das Erste, was der Neu-Ministerin vor laufenden Kameras und eingeschalteten Mikrofonen entwich, waren die Worte: »Ach du Sch...«

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