Die große Schwester

Auma Obama über ihren berühmten Bruder, ihre Erfahrungen in Deutschland und eine Botschaft

Die Kenianerin AUMA OBAMA lebte 16 Jahre in Deutschland, studierte in Saarbrücken, Heidelberg und Berlin und promovierte in Bayreuth. In ihrer Autobiografie »Das Leben kommt immer dazwischen« (Lübbe, 318 S., geb., 19,99 €) erzählt die heute 51-Jährige von Gefühlen der Fremdheit und dem Erwachen ihrer afrikanischen Identität, von gemeinsamen Kenia-Reisen mit Bruder Barack und Wahlkampfschlachten in Amerika. OLAF NEUMANN traf sie zum Interview in Hamburg

Auma Obama auf der Frankfurter Buchmesse

ND: Ist Obama in Kenia ein häufig vorkommender Familienname?
Obama: Als ich klein war, waren wir die einzigen Obamas, die ich kannte. Heute nennen viele Leute ihre Kinder Obama oder auch Barack. Manche haben sogar den Familiennamen Obama angenommen.

1976 wählten Sie im Mädcheninternat in Nairobi Deutsch als Fremdsprache. Die folgenreichste Entscheidung Ihres Lebens?
Im Nachhinein ja. Mein bisheriges Leben war sehr bewegt, vieles davon hatte mit Deutschland zu tun. In Kenia las ich Heinrich Böll und Wolfgang Borchert. Ihnen ist es letztendlich zu verdanken, dass ich hierhergekommen bin. Ich war schon immer interessiert an sozialen und existenziellen Fragen. Autoren wie Böll und Borchert haben den Krieg miterlebt und hinterher ihre ganze Existenz hinterfragt.

Im Oktober 1980 kamen Sie als 19-Jährige zum Studieren nach Deutschland – und blieben hier 16 Jahre. Wie sehr hat Deutschland Sie geprägt?
Ich bin in Deutschland erwachsen gew...



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