Hinternational

»Schiele Art Centrum« feiert 120. Geburtstag seines Namensgebers

  • Von Sebastian Hennig
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Zeichnung des österreichischen Expressionisten Egon Schiele

In Böhmisch Krummau (Cesky Krumlov) wurde die Mutter von Egon Schiele geboren. Vor Zeiten war das Moldaustädtchen am Fuße des Böhmerwaldes ein weithin bekannter Ort. Der Minnesänger Ulrich von Liechtenstein berichtet von »Crumbenouwe im Beheimland« als einem Platz für »guot turnej«. Und der Gelehrte Aeneas Silvius Piccolomini, nachmaliger Papst Pius II., erinnert sich in seiner »Historica Bohemica« an die »Curva insula«.

Die Stadt an der krummen Aue wird von einer dreifachen Flussschleife gefasst und von der imposanten Schloss- und Burganlage mit dem Turm der italienischen Hochrenaissance überragt. Nach dem Aussterben der mythischen Rosenberger sank der Stern des Ortes langsam und stetig. Krummau wurde das liebenswürdige Gespenst seiner selbst. So entdecken wir Nachgeborenen es nun als Vorbild von Egon Schieles Darstellungen der »Toten Stadt«.

Seinem Malerkollegen und späteren Schwager Anton Peschka schreibt Schiele im Mai 1910: »Pesch...


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