Werbung

Leipziger verhinderten Aufmarsch der Nazis

Schon am Bahnsteig begann der Protest

Leipzig (epd/dpa/ND). Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Leipzig friedlich gegen einen Aufmarsch von Neonazis protestiert. Zu einer Kundgebung am Hauptbahnhof versammelten sich nach Polizeiangaben rund 250 Rechtsextreme. Danach hätten Neonazis noch bis in den Abend hinein versucht, spontane Demonstrationen im Stadtgebiet abzuhalten. Wegen des »besonnenen Verhaltens« der Gegendemonstranten sei es dabei nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Nach Polizeiangaben gab es 20 vorläufige Festnahmen auf beiden Seiten.

Ursprünglich waren in Leipzig 1500 Rechtsextreme erwartet worden. Die Stadt und die Gerichte hatten nur eine Kundgebung am Hauptbahnhof zugelassen, aber keine Demonstrationszüge. An zahlreichen Gegenveranstaltungen nahmen nach Angaben der Initiatoren mindestens 5000 Menschen teil. Zum Protest hatten Politiker, Vereine, Initiativen und Kirchenvertreter aufgerufen. Vor den evangelischen Kirchen fanden Mahnwachen statt. Bündnissprecherin Juliane Nagel wertete den Tag als »Desaster für die Neonazis«. Per Zug anreisende Rechtsextreme schafften es in Leipzig teils nicht, den Bahnhof zu verlassen, weil friedliche Demonstranten die Bahnsteige blockierten. Einige Neonazis setzten sich gleich wieder in den Zug und fuhren zurück nach Hause.

Nach mehreren Brandanschlägen auf Kabelschächte der Bahn war der Bahnverkehr im Raum Halle-Leipzig stark beeinträchtigt. Solche Anschläge gehörten mittlerweile zu einem Ritual im Vorfeld von Demonstrationen von Rechtsextremen, sagte ein Bahnsprecher. Rund 300 Rechtsextreme entschieden sich wegen der Fahrtunterbrechungen spontan zu einer Kundgebung in Halle.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln