Jürgen Reents 18.10.2010 / Titel

Merkel greift bunte Republik an

Die multikulturelle Gesellschaft ist zu einem zentralen Feindbild der Konservativen geworden. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union am Wochenende in Potsdam ritten sowohl Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel als auch CSU-Chef Horst Seehofer scharfe Attacken gegen »integrationsunwillige« Einwanderer. »Multikulti« sei »absolut gescheitert«, sagte Merkel. Die Bundeskanzlerin versteht darunter die Haltung »Jetzt leben wir so nebeneinander her und freuen uns übereinander«.

Ihre Geburtsurkunde trägt einen jugoslawischen, polnischen, brasilianischen oder ghanaischen Stempel. Ihre Familienwurzeln sind tunesisch, türkisch, nigerianisch, kosovo-albanisch, kamerunisch-französisch, spanisch oder US-amerikanisch. Sie haben bis heute 193 Fußball-Tore für Deutschland geschossen. Fotos: dpa (19), imago (2)

CSU-Chef Horst Seehofer rief dem jubelnden konservativen Parteinachwuchs zu: »Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein. Multikulti ist tot.« Es gelte, christliche Werte zu achten. Deutschland dürfe »nicht zum Sozialamt für die ganze Welt werden«, sagte der bayerische Ministerpräsident. In einem Sieben-Punkte-Plan, den das rechtsdrallige Nachrichtenmagazin »Focus« präsentierte, beharrt Seehofer darauf, dass »Deutschland kein Zuwandererland« sei. Zu seinen Forderungen gehört u. a., das Nachzugsalter für Kinder von 16 auf 12 Jahre herabzusetzen.

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