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Verspätete ostdeutsche Heimkehr

Zur Eröffnung eines Nietzsche-Dokumentationszentrums in Naumburg

  • Von Hans-Christoph Rauh
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.
Das Nietzsche-Denkmal in Naumburg, komplett ND-

Geht man heute über den stadtinneren Holzmarkt von Naumburg, so begegnet einem, denkmalgerecht sitzend, der nachdenklich-lesende Friedrich Nietzsche (1844–1900), denn hier verlebte er seine Schuljugendzeit und spätere Krankheitsjahre. Ein vergessenes Fahrradschloss und eine rote Rose zieren ihn weit sichtbar, ein Wasserspiel fließt – Gedanken übertragend? – an ihm vorbei. Doch die eigentliche »Provokation« ist die vom Bildhauer Heinrich Apel (Magdeburg) zugleich – im gebührenden Abstand versteht sich – mit aufgestellte, kurzberockte junge Frau. Sie scheint den so vor sich hin grübelnden Philosophen unverblümt zu fragen: He, wer bist du eigentlich und worüber denkst du denn immer noch nach? Vielleicht so ähnlich oder anders.

Wie einst Sokrates ist nun offenbar auch Nietzsche auf dem Markt angekommen, vor allem natürlich mit seinen unendlich vielbändig nachgedruckten Schriften, zunehmend auch über ihn. Zum u...


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