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»Wir sind nicht chancenlos«

Trainer Gerd Schädlich über den Saisonstart des Chemnitzer FC und den Pokalhit gegen Stuttgart

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In Zwickau und Aue holte er mit geringen finanziellen Möglichkeiten das sportlich Maximale heraus, feierte mit beiden Klubs 1994 und 2003 Aufstiege in die 2. Bundesliga. Seit 2008 ist GERD SCHÄDLICH (Foto: dpa) Trainer beim Chemnitzer FC, dem derzeitigen Tabellenführer der Regionalliga Nord. Vor dem heutigen Duell im DFB-Pokal gegen Bundesligist VfB Stuttgart sprach CHRISTIAN HEINIG für ND mit dem 47-jährigen Fußballlehrer.

ND: Was denken Sie, wenn Sie im Moment auf die Tabelle schauen?*
Schädlich: Wir sind natürlich zufrieden mit der Situation. Wir haben das Ziel, um den ersten Platz mitzuspielen, wie vier, fünf andere Mannschaften auch. Großer Favorit ist RB Leipzig. Momentan sind wir sechs Punkte voraus.

Nach elf Spieltagen hat Chemnitz 28 Zähler. Rivale RB Leipzig, der von einem österreichischen Brausehersteller finanziert wird, hat nur 22, obwohl der Etat mit circa 10 Millionen Euro fast dem doppelten aller Ligakonkurrenten entspricht. Überrascht Sie das?
Damit konnte man nicht rechnen. RB wurde im Sommer ligaweit als Favorit gehandelt. Wir haben uns mit Wolfsburg II, Kiel und Halle auf Augenhöhe gesehen. Nun wollen wir alles daran setzen, bis zum Saisonende unsere jetzige Position zu halten, denn nur sie berechtigt zum Aufstieg.

Wer hat denn mehr Druck, Chemnitz oder RB Leipzig?
Druck haben beide, auch Halle hat Druck. Die vierte Liga ist schwierig – vor allem finanziell, wenn man Ambitionen hat. RB geht da sehr offensiv mit um, was bei ihrer wirtschaftlichen Basis nicht verwundert. Mittelfristig wollen sie Richtung 1. Bundesliga marschieren. Leipzig ist eine Weltstadt, da ist es klar, dass solche Ziele bestehen.

Und Chemnitz?
Vor zehn Jahren wurde hier noch zweite Liga gespielt. Chemnitz hat Tradition, war früher sogar im Europokal vertreten. Und deshalb möchte man natürlich perspektivisch wieder ein, zwei Klassen höher spielen.

Verraten Sie doch einmal, wie man als Viertligist einen Bundesligisten aus dem Pokal wirft?
Man muss an der oberen Grenze des Leistungsvermögens spielen.

Geübt sind Sie ja – in der 1. Runde gab es ein 1:0 gegen St. Pauli.
Das ist das Reizvolle am Pokal, dass die Spielklassen erst einmal zweitrangig sind. Wenn wir jetzt zehnmal gegen unseren heutigen Gegner VfB Stuttgart spielen würden, dann wäre das am Ende sicherlich ein klares Verhältnis. Aber in nur 90 Minuten ist viel möglich. Man muss frech spielen.

Sie sind am Sonntag extra zum Bundesligaduell der Stuttgarter gegen St. Pauli gereist. Das klingt nach akribischer Vorbereitung.
Ich hätte die Partie auch im Fernsehen schauen können, aber im Stadion hat man eine bessere Übersicht. Und ich habe das auch gemacht, um vor der Mannschaft ein Zeichen zu setzen: Wir sind nicht chancenlos.

Bis 2008 waren Sie für acht Jahre Trainer in Aue, die inzwischen wieder zweitklassig sind und derzeit sogar auf Platz 3 liegen. Freut Sie deren Höhenflug?
Ja, zumal derzeit keine Mannschaft aus dem Ostteil Deutschlands in der 1. Bundesliga spielt. Von daher ist so eine Entwicklung gut für den Ostfußball, egal ob das nun Aue ist oder Cottbus.

Sehen Sie denn einen Ostklub, der in absehbarer Zeit den Sprung ins Oberhaus schaffen könnte?
Kandidaten gäbe es einige. Cottbus ist nicht weit weg. Auch die beiden Drittligisten Dresden und Rostock könnten wieder hochkommen, sie haben beide eine gute Basis. Bei Aue muss man abwarten, wie es weitergeht. Und mittelfristig natürlich RB Leipzig, bei derem wirtschaftlichen Background.

DFB-Pokal, 2. Runde

Koblenz - Hertha BSC n. Red.
Victoria Hamburg - Wolfsburg n. Red.
Köln - 1860 München n. Red.
Greuther Fürth - Augsburg n. Red.
Cottbus - Freiburg n. Red.
FSV Frankfurt - Schalke n. Red.
Bayern München - Bremen n. Red.
Kaiserslautern - Bielefeld n. Red.
Aachen - Mainz 19.00
Eintracht Frankfurt - Hamburg 19.00
Hallescher FC - Duisburg 19.00
Hoffenheim - Ingolstadt 19.00
Mönchengladbach - Leverkusen 20.30
Chemnitz - Stuttgart 20.30
Offenbach - Dortmund 20.30
Elversberg - Nürnberg 20.30

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