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Immer mehr Tsunami-Tote zu beklagen

Indonesien: Bereits über 400 starben nach Flutwelle / Vulkan Merapi stößt Asche und Lava aus

Nach dem Tsunami infolge eines Erdbebens in Indonesien beträgt die Zahl der Todesopfer jetzt mehr als 400. Und sie wird wohl weiter steigen.

Jakarta (Agenturen/ND). Mindestens 408 Menschen seien ums Leben gekommen, 303 würden noch vermisst, sagte ein Vertreter der Rettungskräfte, Agus Prayitno, am Freitag. Knapp 13 000 Menschen auf den Mentawai-Inseln seien in Zelten untergebracht worden. Die Suche nach möglichen Opfern war wegen der Abgeschiedenheit vieler Orte äußerst schwierig, ebenso die Lieferung von Hilfsgütern für die Überlebenden. Auf der schwer erreichbaren Inselkette fehlen Helfer, Boote, Benzin, Leichensäcke, Medikamente und weitere Hilfsgüter. »Die Helfer haben mangels Transportmöglichkeiten große Probleme«, sagte der Gouverneur von Westsumatra, Irwan Prayitno. Vor allem die Bergung der Leichen sei schwierig, der Verwesungsgeruch unerträglich.

Die abgelegenen Inseln waren am Montag von einem Erdbeben der Stärke 7,7 erschüttert worden, wenig später traf sie eine drei Meter hohe Flutwelle. Trotz eines modernen, mit deutscher Hilfe finanzierten Frühwarnsystems konnten viele Bewohner nicht rechtzeitig gewarnt werden. Am Donnerstag hatten die indonesischen Behörden kaum noch Hoffnung, Vermisste lebend zu retten.

Der mehr als tausend Kilometer vom Erdbebengebiet entfernte Vulkan Merapi auf der Insel Java stieß unterdessen am Freitag weiterhin Aschewolken und Lavaströme aus. Die Behörden waren in Alarmbereitschaft. Durch den Ausbruch des Vulkans am Dienstag sind bislang nach Angaben vom Freitag 34 Menschen ums Leben gekommen.

Die Lavaströme wälzten sich massiv die Hänge des Merapi hinab. Bewohner, die sich der angeordneten Evakuierung der Gefahrenzone nördlich der Großstadt Yogyakarta widersetzt hatten, mussten sich in Sicherheit bringen. »Ich war gerade dabei, Futtergras für meine Kuh zu schneiden, als ich dieses donnernde Geräusch hörte, lauter als beim letzten Ausbruch», sagte Kastomo aus dem Dorf Umbulharjo. »Gott sei Dank habe ich es geschafft, zu fliehen.«

»Der Merapi ist zu ganz Anderem in der Lage«, sagte der Geophysiker Birger Lühr vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Es könnten gewaltige Teile des Berges weggesprengt werden. Aber der Merapi-Kenner erwartet, dass der ganz große Knall am sogenannten Feuerberg diesmal ausbleibt. »Wenn ein Vulkan ausbricht, dann ist es in der Regel nicht nur eine Eruption. Sondern bis der Druck wieder abgebaut ist, gibt es viele, viele Ausbrüche. Wir erwarten, das dieser Vorgang noch anhält – und wenn es übel läuft, sogar vielleicht ein, zwei, drei Monate.«

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