Ribéry wird wieder zum Hoffnungsträger

Franzose gibt beim 3:0 des FC Bayern im Derby gegen Nürnberg ein verheißungsvolles Comeback

  • Von Michael Fox und Christian Kunz, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.

Das Basislager ist erreicht, doch auf seiner Klettertour ist für den deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München der Bundesligagipfel noch immer in weiter Ferne. »Es nützt nichts, euphorisch zu werden. Wir haben noch reichlich Rückstand«, erinnerte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 3:0 im bayerisch-fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg. Unterdessen hat sich der Nürnberger Javier Pinola für seine Spuckattacke auf Bastian Schweinsteiger entschuldigt.

»Ich glaube, dass wir langsam in die Gänge kommen. Jetzt können wir in Leverkusen ein deutliches Zeichen setzen«, sagte Bayerns Manager Christian Nerlinger mit Blick auf die nächste Aufgabe. Noch weiter in die Zukunft blickte Trainer Louis van Gaal. »Wir sollten bis zur Winterpause 30 Punkte haben. Am Ende kann man mit 68 Punkten Meister werden«, gab der Niederländer die Marschtabelle für die angekündigte Klettertour vor.

Dass die Münchner wieder optimistisch an ihre Aufholjagd herangehen, war neben dem souveränen Sieg in der Rückkehr Franck Ribérys begründet. Der Franzose sorgte nach knapp acht Wochen Pause bei seinem 20-minütigen Einsatz gleich für viel Dampf. »Ich denke, dass er drei Tore vorbereitet hätte, aber zwei Tore sind nicht gemacht worden. Das ist schade für ihn«, erkannte van Gaal.

Die Franken, bei denen nichts vom Selbstbewusstsein der Vorwochen zu spüren war, durften sich bedanken, nicht noch höher verloren zu haben. »Wir können froh sein, dass es nur drei Tore waren«, gestand Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer. Dass der Meister nach Toren von Mario Gomez (10./75. Minute) und Philipp Lahm (57.) seinen höchsten Saisonsieg verpasste, lag am Doppeltorschützen Gomez. Er zielte kurz vor Schluss beim Elfmeter zu hoch und erntete Ironie von Rummenigge. »Da hat sich Mario vielleicht den Uli Hoeneß von Belgrad zum Vorbild genommen.«

Das hochgelobte magische Dreieck der Nürnberger agierte über die gesamte Spieldauer mut- und harmlos. Für Aufregung sorgte nur Routinier Pinola mit seiner »Lama«-Attacke auf Schweinsteiger. »Für mich ist das unglaublich, dass ein Spieler auf dem Platz spuckt«, wetterte der Bayern-Profi nach dem Schlusspfiff und forderte zunächst Konsequenzen. Am Tag danach war die Angelegenheit aber bereits bereinigt. Der Argentinier nahm telefonisch Kontakt zum deutschen Nationalspieler auf. »Ich schäme mich. Es tut mir wahnsinnig leid. Es hätte nicht passieren dürfen«, soll Pinola gesagt haben. Für Schweinsteiger ist die Angelegenheit damit erledigt.

Bayern München - Nürnberg 3:0 (1:0)

1. Borussia Dortmund 12 29:7 31

2. Bayer Leverkusen 12 23:16 24

3. FSV Mainz 05 12 19:12 24

4. SC Freiburg 12 18:18 21

5. Eintracht Frankfurt 12 20:11 20

6. Bayern München 12 18:13 19

7. Hannover 96 12 14:20 19

8. 1899 Hoffenheim 12 22:16 18

9. Hamburger SV 12 17:17 18

10. 1. FC Nürnberg 12 17:18 18

11. Werder Bremen 12 19:27 15

12. VfL Wolfsburg 12 20:21 14

13. FC St. Pauli 12 12:19 13

14. VfB Stuttgart 12 25:22 11

15. 1. FC Kaiserslautern 12 17:24 11

16. FC Schalke 04 12 15:19 10

17. Mönchengladbach 12 21:33 10

18. 1. FC Köln 12 13:26 8

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