Das A und O

Auch wenn es in den vergangenen Tagen der Luftfracht-Aufregung anders klang: Nicht Deutschland ist der Staat mit dem weltweit höchsten Terrorrisiko, auch nicht die USA, und selbst das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet liegt in der jüngsten Untersuchung des britischen Maplecroft-Instituts hinter – Somalia. Die Wissenschaftler stuften das Land am Horn von Afrika vom vierten auf den Spitzenplatz hinauf. Seit fast zwei Jahrzehnten wird es von einem opferreichen Bürgerkrieg gebeutelt, und vor allem in den vergangenen drei Jahren drehte sich die Spirale der Gewalt immer schneller. Über zwei Millionen Menschen sind nach UN-Angaben inzwischen auf der Flucht.

Ein großes Problem ist dabei Al-Shabaab, jene radikalislamische Miliz, die sich Anfang des Jahres auch offiziell dem Kommando des Al-Qaida-Netzwerks unterstellt hat. Sie steht einer schwachen und zerstrittenen Regierung gegenüber, die letztlich nur einige Bezirke in der Hauptstadt Mogadischu kontrolliert, obwohl sie von einer 7000 Mann starken Militärmission der Afrikanischen Union unterstützt wird. Islamisten und Regierungstreue versprechen ihren Anhängern eine militärische Lösung. Bis Mai 2011 werden jetzt auch 2000 somalische Rekruten von der EU in Uganda für den Einsatz in ihrer Heimat ausgebildet. Sie seien hoch motiviert, heißt es, aber viele könnten nicht einmal lesen und schreiben. Denn Somalia ist einer anderen Studie zufolge auch der weltweit schlechteste Ort für den Schulbesuch. Nur zehn Prozent der Kinder schaffen es. Über 70 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. Vielleicht sollte die EU schnellstens hier den Hebel ansetzen.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung