Reproduktion der Wessis

Der Soziologe Raj Kollmorgen über westdeutsche Eliten im Osten

Mit der Tatsache, dass Führungspositionen in den neuen Bundesländern häufig von Westdeutschen besetzt sind, beschäftigt sich der Leipziger Soziologe Dr. RAJ KOLLMORGEN. Seine Theorie: Eliten reproduzieren sich selbst. Westdeutsche besetzen Führungspositionen bevorzugt mit ihresgleichen, allerdings hat das negative Auswirkungen – für die gesamte Gesellschaft. Mit dem Wissenschaftler sprach für ND HEIDRUN BÖGER.

Raj Kollmorgen studierte Philosophie und Volkswirtschaftslehre in Berlin, promovierte an der Universität Jena und habilitierte sich an der Universität Magdeburg. Zurzeit ist er Privatdozent an der Uni Magdeburg und arbeitet als freier Autor. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem der postsozialistische Wandel in Mittel- und Osteuropa, Ostdeutschland sowie soziale Ungleichheiten und Herrschaftsverhältnisse.

ND: Für viele Ostdeutsche ist tägliche Erfahrung, dass Führungspositionen überproportional oft von Westdeutschen besetzt sind.
Kollmorgen: Nach 1989 war ein Großteil der ostdeutschen Elite nicht in der Lage, weiter Führungspositionen zu besetzen, entweder weil sie politisch belastet waren und/oder weil ihnen das Fachwissen fehlte. Man hätte einem Ostdeutschen, der zu DDR-Zeiten Jura studiert hatte, auch keinen Gefallen getan, wenn man ihn, sagen wir mal, als Justizstaatssekretär eingestellt hätte. Da es kein gleichberechtigter Zusammenschluss zweier Staaten war, sondern ein Beitritt, wurden sämtliche westdeutschen Gesetze, aber auch Institutionen und Organisationsstrukturen übernommen. Das Wissen darüber konnten die Ostdeutschen gar nicht haben. Etwas anders sieht das in kleineren Betrieben aus. Da haben Ostdeutsche ja auch bewiesen, dass sie durchaus in der Lage sind, Firmen erfolgreich zu führen.

Doch inzwischen gibt es auch im O...


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