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Mildernde Umstände für Larven

Gartentiere: Maden – über manche ist nur Gutes zu sagen

  • Von Prof. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe
  • Lesedauer: 2 Min.

Maden sind definitionsgemäß fußlose Insektenlarven ohne deutlich abgesetzten Kopf. Sie stehen großenteils in schlechtem Ruf. Man denke an das ekelerregende Gewimmel von Fliegenmaden an einem Kadaver. Der allgemeine Sprachgebrauch hält sich jedoch nicht an die Definition und bezeichnet auch Insekten, die Kopf und Füße haben als Maden, wenn sie in Früchten oder Knollen minieren, wodurch sie uns den Appetit verderben.

In Kirschen sind es Fliegenmaden, die Larven der hübschen Kirschfliege. Raupen sind dagegen die sogenannten Maden in Pflaumen und Äpfeln. Sie entwickeln sich zu Kleinschmetterlingen, die als Pflaumen- und Apfelwickler bekannt sind. Der Apfelwickler (Foto: dpa) kann auch Birnen, Pflaumen und sogar Walnüsse befallen. Wie Maden leben in jungen Pflaumen auch Hautflüglerlarven, die von Pflaumensägewespen stammen und die noch gut sichtbare Köpfe und Beine haben, die ihnen das Überwechseln zu anderen Früchten ermöglichen. Sie stören meist nicht, denn wenn die Pflaumen reif sind, sind sie längst zur Verpuppung in den Boden abgewandert. Man wird ihnen also mildernde Umstände zuerkennen.

Hätte ich auch Erbsen angebaut, wäre hier sicher auch noch der Erbsenwickler zu erwähnen. Madige Radieschen enthalten Fliegen- oder auch Rüsselkäferlarven. Fliegenmaden können auch Speisezwiebeln ungenießbar machen. Schließlich gibt es in jedem Garten auch Maden, über die nur Gutes zu sagen ist, die der Schwebfliegen: Obwohl sie – der strengen Definition entsprechend – kopflos und demzufolge blind sind und nicht einmal wenigstens Stummelbeine besitzen, kriechen sie frei an Blättern und Stängeln umher. Mit weit vorgestrecktem Vorderende tasten sie nach rechts und nach links, wobei ihnen vor allem Blattläuse zum Opfer fallen, die hochgerissen und ausgesaugt werden.

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