Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Männerfreundschaft hilft

Strategisches Kalkül schon bei Makaken

Männerfreundschaften dienen einem strategischen Kalkül – zumindest bei Affen. Wie Verhaltensforscher der Universität Göttingen in der Zeitschrift »Current Biology« berichten, fördern enge Beziehungen von Makaken-Männchen den sozialen Aufstieg und den Erfolg bei der Fortpflanzung.

In der Langzeitstudie beobachteten die Wissenschaftler um Oliver Schülke im nordthailändischen Naturschutzgebiet Phu Khieo Wildlife Sanctuary eine Gruppe von 50 bis 60 Assam-Makaken, darunter etwa zehn Männchen. Diese bildeten in Konkurrenzsituationen untereinander Koalitionen, die offenbar gezielt strategischen Zielen dienten: Unterhielten zwei Männchen eine enge Beziehung, so konnten sie im Fall Streitigkeiten mit Geschlechtsgenossen auf gegenseitige Hilfe zählen. »Diese Männchen kämpfen gemeinsam um ihren sozialen Status«, erläutert Schülke.

Die Stärke der Männerbünde entschied letztlich über den Aufstieg der einzelnen Mitglieder, wovon alle Koalitionspartner profitierten. »Je enger die Bindung eines Männchens zu Geschlechtsgenossen ist, desto öfter geht es erfolgreich Koalitionen gegen andere Männchen ein«, so Schülke. »Das Männchen, das im Herbst 2006 die engsten drei Bindungen in der beobachteten Gruppe hatte, stieg stetig im Rang und steht heute mit seinem besten Freund an der Spitze der Hierarchie.«

Einen weiteren Effekt des sozialen Aufstiegs in der Affensippe enthüllten genetische Vaterschaftstests: Je höher der Rang eines Männchens in der Gruppe, desto größer war die Zahl seiner Nachkommen. Wer dagegen seine Freunde vernachlässigte, stieg auf der sozialen Leiter stetig ab.

»Unsere Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die engen Sozialkontakte von Menschen ihre evolutionären Wurzeln außerhalb von verwandtschaftlichen Beziehungen haben«, sagt Schülke. »Dies könnte erklären, warum der Verlust von Freundschaften oder sozialer Integration beim Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann.«

Erst vor wenigen Monaten hatten Biologen aus Los Angeles in der gleichen Fachzeitschrift über das Sozialverhalten einer anderen Primatenart berichtet, von Pavianen aus Botswana. Bei dieser Spezies verlängern demnach enge soziale Beziehungen der Weibchen zueinander die Lebenserwartung. Jene Pavianweibchen, die bei der Fellpflege stets die gleichen Artgenossinnen bevorzugten, wurden älter als jene, die sich mit ständig wechselnden Partnerinnen lausten. Für die Lebensdauer der Primaten war die Stabilität der sozialen Kontakte sogar wichtiger als der Status innerhalb der Gruppe.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln