Jan Keetman, Istanbul 30.11.2010 / Ausland

Das Risiko Tayyip Erdogan

Mancher Mythos in Ankara muss zu den Akten

Zu den Mythen, die die Regierung Erdogan und seine Partei seit Jahren verfolgen, gehört die Geschichte, man sei von den USA als Teil eines großen Experimentes geschaffen worden, mit dem die laizistische Türkei in einen gemäßigten islamischen Staat verwandelt werden sollte, um anderen islamischen Ländern als politisches Vorbild zu dienen. Nicht wenige Türken glauben daran. Die von Wikileaks veröffentlichten Kabel der Botschaft in Ankara enthüllen nun, dass die US-amerikanischen Diplomaten die Partei ihres angeblichen Zöglings seit Jahren eher als potenzielles Risiko einschätzen.

Wenn die Zahl der nun veröffentlichten Berichte irgendetwas mit dem gesamten Umfang der in Washington eingegangenen Berichte zu tun hat, so wären die Diplomaten in Ankara die fleißigsten Schreiber – was wiederum dafür spräche, dass man in Washington mit Blick auf die Türkei die meisten Fragezeichen hatte. Wobei Ministerpräsident Tayyip Erdogan in den Berichten gar nicht gut wegkommt. Er sei »dickköpfig, perfektionistisch und hyperaktiv«, heißt es da Er habe ein übertriebenes Selbstvertrauen und glaube, er sei von Gott erwählt. Außerdem habe er eine autoritäre Neigung und würde Frauen nicht vertrauen.

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