Raus aus den »Anstalten«

In Nassau liegt eine der größten Behinderteneinrichtungen des Landes. Dort geht man neue Wege

  • Von Karsten Packeiser, epd
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

In den Nassauer »Heimen Scheuern« lebten Behinderte über Jahrzehnte praktisch ohne Kontakt zu den übrigen Bewohnern der Stadt. Der neue Grundsatz in der Behindertenhilfe heißt jedoch Dezentralisierung. Bis 2020 soll knapp die Hälfte der bislang noch 600 stationären Betreuungsplätze in kleine Wohneinheiten ausgelagert werden.

Eine Stadt für sich: die »Heime Scheuern« in Nassau.

Nassau. Groß ist es nicht, das Zimmer von Hans-Jürgen Kasper: Ein Bett, ein Sessel, ein Waschbecken, ein Schrank. Im Bücherregal steht Scholochows »Stiller Don« neben dicken Konsalik-Schinken, an der Wand hängen Erinnerungsfotos an eine Mallorca-Reise. Fünf Jahrzehnte schon lebt der weißhaarige alte Mann in einer der größten Behinderteneinrichtungen in Rheinland-Pfalz, den »Heimen Scheuern« in Nassau an der Lahn.

Kasper ist von den anderen Heimbewohnern als Mitglied in den »Zukunftsrat« der »Heime Scheuern« gewählt worden. Er soll darauf achten, dass die Interessen der Bewohner gewahrt werden. Als Kasper vor einem halben Jahrhundert nach Nassau kam, verstanden sich Behinderteneinrichtungen noch als »Anstalten«. Die Menschen dort lebten rundum versorgt, aber praktisch ohne Kontakt zu den übrigen Bewohnern der Stadt. Der neue Grundsatz in der Behindertenhilfe heißt Dezentralisierung, also raus aus den »Anstalten«.

Mit der UN-Behindertenrec...

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