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Den Blick erweitert

Klaus Drobisch 80

  • Von Manfred Weißbecker
  • Lesedauer: 2 Min.

Jede Gratulation zu einem »Runden« erwächst aus dem Wissen um das vom Jubilar Geleistete. Dies gilt auch für den Glückwunsch, der hier einem Geschichtswissenschaftler übermittelt wird, dessen Publikationen nicht allein in der DDR auf ein großes Echo stießen. Der gelernte Buchdrucker war über eine Arbeiter- und Bauern-Fakultät in Leipzig zum Geschichtsstudium gelangt. Er arbeitete über drei Jahrzehnte an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Im Rahmen des Wissenschaftlerintegrationsprogramms konnte er nach 1992 u. a. an der FU-Forschungsstelle Widerstandsgeschichte und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin tätig sein.

Das erste größere Ergebnis des Forschens von Klaus Drobisch handelte vom Widerstand im KZ Buchenwald. Ebenso berührend war die 1968 erschienene Dokumentation über den Widerstand der Gruppe um die Geschwister Scholl. Diesem mehrmals aufgelegten Buch folgten Arbeiten über den antifaschistischen Widerstand aus christlichem Glauben sowie einzelne Biografien. Jene Publikationen trugen dazu bei, den ins Starre geratenen Blick auf den Antifaschismus zu erweitern. Drobisch half außerdem, Wurzeln und Mechanismen des von Antifaschisten bekämpften Regimes zu erhellen, so mit seiner Dokumentation über den aus Mächtigen der Wirtschaft bestehenden Freundeskreis des SS-Führers Heinrich Himmler oder mit seiner Doktorarbeit, in der er die Ausbeutung der Zwangsarbeiter durch den Flick-Konzern untersuchte. Beteiligt war er auch an Forschungen über den rassistischen Antisemitismus der Nazis, so 1965 am Band »Kennzeichen J« und 1973 am Buch »Juden unterm Hakenkreuz«. Verdienstvoll und unvergessen auch seine Beiträge in den kollektiv erarbeiteten Sechsbänder »Deutschland im Zweiten Weltkrieg«.

Zu seinem 80. Geburtstag heute sei ihm die nötige Portion Gesundheit sowie viel Glück auf dem weiteren Lebensweg gewünscht.

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