Wohlstandsinseln gegen den Rest der Welt

Kasseler Friedensratschlag diskutierte Bedeutung von Rohstoffen für Wirtschaft und künftige Kriege

  • Von Gisela Dürselen, Kassel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Themen lagen auf der Hand für den 17. Kasseler Friedensratschag am vergangenen Wochenende in der Universität. Im Mittelpunkt stand, was teils schon Realität ist, teils bald für jeden spürbar sein wird: globale Kriege, die um die letzten Reserven dieser Welt ausgefochten werden. »Kampf um Rohstoffe, Wasser und Energie – Die Ausplünderung der Welt stoppen« lautete der Titel der Tagung.

Welch entscheidende Rolle Rohstoffe nicht nur bei der Entstehung von Konflikten, sondern insgesamt im weltweiten Machtgefüge haben können, erläuterte in einem Workshop Achim Wahl von der Rosa-Luxemburg-Stiftung am Beispiel Brasilien. Dieser neue »Global Player« mit seinen enormen Bodenschätzen sei nach wie vor Rohstofflieferant – heutzutage insbesondere für China.

Das vor Brasiliens Küste gefundene Erdöl sei schwierig zu erschließen, doch könnte es – würde es erschlossen werden – das Land in zehn Jahren auf das Niveau von Saudi-Arabien bringen. Auch mit seinen gewaltigen Wasserreservoirs und dem für die Pharmaindustrie interessanten Reichtum an Biodiversität im Amazonasbecken habe Brasilien längst die Aufmerksamkeit des Kapitals auf sich gezogen.

Diese Stellung habe Brasilien in den vergangenen Jahren genutzt, um sich zu emanzipieren. Zwar beute es seine Ressourcen nach wie vor in neoliberaler Manier aus, etwa für Bio...


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