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SMS, Eisbeobachter, Luftbrücke

Die Ostseeinsel Hiddensee hat jetzt einen Notfallplan. Ein neues Winterchaos soll vermieden werden

  • Von Martina Rathke, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Im vergangenen Winter war die Ostseeinsel Hiddensee tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Lebensmittel wurden knapp, der Müll häufte sich. Das soll sich in dieser Saison nicht wiederholen.

Hiddensee. Noch ist die Fahrrinne frei, doch das Eis an den Rändern der Boddengewässer zwischen Hiddensee und Rügen wächst. Erinnerungen an den Chaos-Winter 2009/10 werden wach. »Wir sind den Ereignissen hinterhergelaufen. Das darf nicht noch einmal passieren«, sagt Thomas Gens (CDU), der Bürgermeister der bei Touristen beliebten Insel. Nach dem Verkehrschaos im vergangenen Winter hat sich das »söte Länneken« (das »süße Ländchen«) mit einem Notfallplan gerüstet.

Im vergangenen Winter war die Rügen vorgelagerte Insel tagelang von der Außenwelt abgeschnitten und musste wegen des bis zu 40 Zentimeter dicken Eispanzers zwischen den Inseln per Luftbrücke versorgt werden. Der Plan der Gemeinde und der Reederei Hiddensee soll sichern, dass Notärzte, Versorgungseinrichtungen und die gut 1000 Bewohner der weitgehend autofreien Insel rechtzeitig informiert werden, sagt der Betriebsleiter beim Reederei-Mutterunternehmen Weiße Flotte Stralsund, Jörg Lettau. Sicherer werden sollen auch die Eis-Prognosen. Dazu liefern die Kapitäne der Hiddensee-Fähren erstmals als Eisbeobachter Meldungen an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Rostock.

Auch das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund hat sich vorbereitet. »Die Eisbrecher-Flotte ist einsatzbereit«, sagt Amtsleiter Holger Brydda. Erstmals soll ein kleiner Eisbrecher mit hoher Leistung und niedrigem Tiefgang die Eisbrecher-Flotte ergänzen – speziell für die flachen Boddengewässer. Im Winter setzen täglich zwischen 100 und 200 Menschen nach und von Hiddensee über. Vor einem Jahr hatten Insulaner und Urlauber das mangelhafte Informationssystem der Reederei kritisiert. Urlauber warteten am Fähranleger mit gepackten Koffern, Hiddenseer mussten Arzttermine absagen, weil die Fähre nicht auslaufen konnte.

Darauf hat die Reederei reagiert: Sie will per SMS und E-Mail über Fahrplanänderungen informieren – auch wenn am Donnerstag beim ersten Stresstest für das System die Kurznachrichten nicht ankamen. »Anfangsschwierigkeiten«, sagt Bürgermeister Gens.

In diesem Jahr soll es auch dann besser laufen, wenn Fähren wegen Eises nicht mehr fahren können. Denn Flottenchef Lettau stellt klar: »Ab einer festen Eisdecke von 30 Zentimeter wird die Hiddensee-Fähre nicht mehr verkehren.« Dann greift laut Gens wieder eine Luftbrücke: Notverträge mit Helikopter-Unternehmen sollen sicherstellen, dass die Versorgung aus der Luft im Ernstfall schnell gewährleistet ist.

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