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Preis für den Wandel von unten

Alternativer Nobelpreisträger kündigt Klage gegen Ölkonzern BP an

  • Von André Anwar, Stockholm
  • Lesedauer: 3 Min.

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Im schwedischen Reichstag wurde am Montag der diesjährige Alternative Nobelpreis an Umweltschützer und Bekämpfer der Armut vergeben. Der nigerianischer Preisträger Nnimmo Bassey kündigte eine »historische Klage« gegen den Ölkonzern BP an.

Unter dem Leitthema »Wahrer Wandel beginnt von unten« vergab die Right Livelihood Stiftung den diesjährigen Preis an Nnimmo Bassey aus Nigeria, Bischof Erwin Kräutler (Brasilien/Österreich), Shrikrishna Upadhyay und dessen Organisation SAPPROS in Nepal sowie die »Mediziner für Menschenrechte in Israel«.

Bassey erhielt die Auszeichnung, »weil er die ökologischen und menschlichen Kosten der Ölförderung aufzeigt und mit seinem Einsatz Umweltbewegungen in Nigeria und der ganzen Welt stärkt«. Gerade die Ölgewinnung in Nigeria verursache eine Umweltkatastrophe, die selten thematisiert werde, betonte Stiftungschef Ole von Uexküll. »Das Öl leckt überall aus und verschmutzt das Land der Bauern. Menschen stehen mit den Füßen im Öl«, sagte er. Bassey erhielt zur Preisverleihung Applaus, als er mitteilte: »Ich habe letzte Woche zusammen mit Vandana Shiva, ebenfalls Preisträgerin, und anderen eine historische Klage vor dem Verfassungsgericht von Ecuador gegen BP und dessen Verbrechen gegen die Natur eingereicht.« Es werde Zeit für die Völker, »sich zerstörerischen Unternehmensinteressen zu widersetzen, um unseren Planeten zu verteidigen«.

Der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler wurde geehrt »für ein Leben, den Rechten indigener Völker gewidmet, und für sein unermüdliches Engagement, den Urwald des Amazonas vor der Zerstörung zu bewahren«. Kräutler gehört zu jenen Bischöfen in Brasilien, die Seelsorge mit der Armutsbekämpfung verknüpfen. Dazu gehört der Kampf um Bürgerrechte für die Indios.

Shrikrishna Upadhyay und seine Organisation SAPPROS in Nepal wurden ausgezeichnet, »weil sie selbst im Angesicht der Bedrohung durch politische Gewalt und Instabilität zeigen, wie die Mobilisierung von Dorfgemeinschaften Armut überwinden kann«. Upadhyay betonte: »Nepal weist die höchste Armutsrate in Südasien auf: Zwei Drittel unserer Bevölkerung sind arm.« Dennoch hätten seine Projekte gezeigt, dass Armut in die Geschichtsbücher verbannt werden kann, »wenn wir dem Einfallsreichtum der Armen vertrauen«.

Die »Mediziner für Menschenrechte in Israel« wurden geehrt »für ihren unbezähmbaren Geist, mit dem sie für das Recht auf Gesundheit für alle Menschen in Israel und Palästina einstehen«. Gründerin Ruchama Marton unterstrich: »Als Menschenrechtsorganisation sind wir per Definition politisch. Wie kann man die Wunden eines Folteropfers behandeln, ohne den Finger auf den Folterer zu richten? Wie kann man Diarrhö behandeln – etwa im besetzten Gaza-Streifen, ohne dessen Ursachen anzugehen: eine Regierungspolitik, die Menschen Zugang zu angemessener Wasserversorgung verweigert?«

Der schwedisch-deutsche Publizist Jakob von Uexküll stiftete den »Preis für richtige Lebensführung« 1980 aus seinem Privatvermögen. Der Preis versteht sich als sozial orientierte Alternative zu den traditionellen Nobelpreisen, die nach Meinung Uexkülls von westlichen und konservativ orientierten Preisträgern dominiert sind.

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