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Neonazis bedrohen LINKEN-Bürgermeister

Rechtsextreme drangen auf Grundstück von Reinhard Knaack vor / Polizei setzte Pfefferspray ein

Unangenehmer Besuch
Unangenehmer Besuch

Weil sich Bürgermeister Reinhard Knaack (LINKE) weigerte, einer einschlägig bekannten rechtsextremen Familie die Patenschaftsurkunde des Bundespräsidenten zu überreichen, wird er nun von Neonazis bedroht. Am Wochenende drang eine Gruppe Rechtsradikaler auf sein Grundstück im mecklenburgischen Lalendorf vor.

Lalendorf/Rostock (ND/dpa). Die Rostocker Polizei ermittelt gegen eine Gruppe Rechtsextremer, die am Sonntag in Lalendorf (Kreis Güstrow) den dortigen Bürgermeister bedroht und Polizisten attackiert haben soll. Ein Polizeisprecher erklärte am Montag, die Gruppe habe am Sonntag Handzettel in dem Dorf verteilt und sei plötzlich auf dem Grundstück von Bürgermeister Reinhard Knaack (LINKE) aufgetaucht. Die Polizei kontrollierte mehrere Personen, dabei sei es zu Übergriffen auf die Beamten gekommen. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein. Nach der Feststellung der Personalien wurden die Störer mit einem Platzverweis entlassen. Gegen sie werde wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte ermittelt.

Hintergrund der Aktion ist die Weigerung des Bürgermeisters, einer rechtsextremen Familie die Ehrenurkunde von Bundespräsident Christian Wulff auszuhändigen (ND berichtete). Eine Gruppe von sechs Personen, die der rechten Szene zugeordnet werde, sei am Sonntag auf das Grundstück von Reinhard Knaack vorgedrungen, teilte die Polizei mit. Gleichzeitig habe eine rechtsgerichtete Gruppe Handzettel gegen Knaack in Lalendorf verteilt. Herausgeber des Schriftstückes ist laut Polizei ein Rostocker Bürgerschaftsmitglied der NPD, der auch beim Verteilen am Sonntag dabei war. Knaack hatte es im November abgelehnt, der Familie in seiner Gemeinde im Kreis Güstrow zur Geburt des siebenten Kindes die Ehrenpatenschaftsurkunde von Wulff und 500 Euro auszuhändigen. Der Bundespräsident ließ die Ehrung mit der Post schicken.

Nach Angaben des Internetportals »Endstation Rechts« wurde daraufhin auf einer Webseite, die auf den NPD-Landesvize David Petereit zugelassenen ist, die Dienstadresse und Telefonnummer des Bürgermeisters veröffentlicht. Dem beigefügt war eine Erklärung, wonach »übereifrige Aktivisten ihren berechtigten Zorn zügeln« sollen, da »von verstärkten Polizeistreifen in Lalendorf auszugehen« sei.

So war das Auftauchen der Neonazis nur eine Frage der Zeit. Nach früheren Angaben der Linkspartei war Knaack wegen seiner Haltung schon einmal von Rechten bedroht worden. Abgeordnete der Landtagsfraktionen der LINKEN, der SPD, CDU und FDP hatten ihm daraufhin in einem Schreiben ihre Unterstützung zugesichert.

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