Ein bisschen Hoffnung in der Bruchbude

Nach dem Boykott von Essenspaketen: Zu Besuch in einem Coburger Asylbewerberheim

  • Von Jenny Becker
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Seit mehreren Wochen protestieren bayerische Flüchtlinge mit einem Essenspakete-Boykott für bessere Lebensbedingungen. Die Coburger Asylbewerber haben den Streik aufgegeben. In ihrer Unterkunft, deren katastrophale Zustände für Aufruhr sorgten, hat sich einiges getan.

Bleibe auf Zeit. Gyan Gurung (rechts) und sein Mitbewohner in ihrer Unterkunft.

»In die Bruchbude wollen Sie?« Der Taxifahrer wundert sich, fährt aber trotzdem zum Asylbewerberheim in der Coburger Uferstraße. Fast drei Wochen lang haben die Flüchtlinge dort die Annahme ihrer Essenspakete boykottiert – zusammen mit Hunderten Asylbewerbern in ganz Bayern. Sie wollten auf ihre schlechten Lebensbedingungen hinweisen und forderten Geld anstatt der zugeteilten Essensrationen. Der Taxifahrer hat dafür kein Verständnis. »Ich bin bestimmt nicht rassistisch, aber wer in ein fremdes Land kommt und hier Zuflucht sucht, muss essen, was auf den Tisch kommt.« Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) sieht das ähnlich: »Wer mit den Leistungen in Deutschland nicht zufrieden ist, kann jederzeit zurück.«

Die Coburger Asylbewerber wollen bleiben. In dem senfgelben Gebäude wohnen jene, die auf ihre Anerkennung als Flüchtling warten. Sie haben laufende Asylverfahren oder wehren sich gegen ihre Abschiebung. Manc...

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