Marina Mai, Hanoi 13.12.2010 / Ausland

Barfuß neben Lackschuh

45 Vietnamesen wurden Ende November aus Berlin abgeschoben – in ihrem Herkunftsland erwartet sie ein Leben ganz unten

Die kleine Frau steht gebückt am Flugsteig A des Hanoier Flughafens. An den Füßen trägt sie einfache Gummisandalen ohne Socken. Ihr Kopftuch dient als Staubschutz bei der Feldarbeit. Zum ersten Mal in ihrem Leben steht die Bäuerin aus einem armen zentralvietnamesischen Dorf in der hauptstädtischen Glitzerwelt. Es ist der 30. November. Sie möchte ihren Sohn abholen, der aus Deutschland abgeschoben wurde.

Zurück in Vietnam bleiben nur die einfachsten Jobs: Dieser Mann fährt mit dem Fahrrad Kohle in Restaurants (oben).

Es ist 9 Uhr morgens. Die Aeroflot-Maschine wird mit 20 Minuten Verspätung landen, sagt gerade ein Flughafensprecher. Unter den Fluggästen sind 46 Vietnamesen, die die Heimreise unfreiwillig angetreten hatten. Sie waren als Flüchtlinge nach Berlin, Brandenburg und Norddeutschland gekommen und mussten wieder ausreisen, weil sie in Vietnam nicht politisch verfolgt waren. Flüchtlingsinitiativen hatten in Schönefeld gegen die Massenabschiebung protestiert.

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