Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Künftig wird geschlängelt

Berlin und Brandenburg planen gemeinsam Ökokur für Neuenhagener Mühlenfließ/Erpe

Die Erpe oder – wie das Flüsschen oberhalb von Hoppegarten heißt – das Neuenhagener Mühlenfließ soll schrittweise saniert werden. Ab 2011 beginnt die geplante Ökokur. Gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg arbeitet die Berliner Senatsumweltverwaltung gerade an einem Konzept zur Umgestaltung des Gewässers.

»Der Zustand der Erpe ist schlecht«, sagt Uli Christmann vom Ingenieurbüro »Landschaft planen+bauen«. So beeinflussen die Einleitungen des Klärwerkes Münchehofe, die nicht durchgehend gesicherte Passierbarkeit für Wasserorganismen sowie Defizite in der Gewässerstruktur den ökologischen Zustand negativ. Sehr hoch sei die Nährstoffbelastung, außerdem fehlten Ufergehölze und im Unterlauf der Erpe gebe es immer wieder Hochwasserprobleme. Deshalb bestehe dringend Handlungsbedarf.

Was konkret durch welche Maßnahmen und in welchem Zeitraum erreicht werden soll, wird jetzt in einem Gewässerentwicklungskonzept festgeschrieben. Das Besondere: Von Anfang an ist die Öffentlichkeit in diesen Prozess einbezogen.

Regelmäßig finden Foren statt, auf denen es Informationen über Hintergründe, Ziele und erste Ideen gibt. »Wir möchten zudem Bürger, Verbände und Vereine animieren, bei der Suche nach der besten fachlichen Lösung aktiv mitzuwirken«, betont Andrea Wolter von der Senatsumweltverwaltung. Bereits zwei Diskussionsveranstaltungen gingen in Berlin und Brandenburg über die Bühne.

Dabei berichteten Experten über den aktuellen Arbeitsstand: Das 35 Kilometer lange Gewässer wurde beispielsweise vermessen und vorhandene Einleitungen wurden untersucht. 2011 sollen unter anderem eine Hochwasserstudie ergänzt und ein Niederschlags-Abfluss-Modell für die gesamte Erpe erstellt werden. Im Spätsommer will die Ingenieurgesellschaft Professor Dr. Sieker mbH (IPS) dann die Ergebnisse präsentieren.

Fest steht schon jetzt, dass die Erpe künftig mehr Platz bekommt, um sich zu entfalten. Erreicht wird das durch eine schlängelnde Linienführung des Gewässers. Denn derzeit zieht sich das Flüsschen schnurgerade durch die Wiesen. Dieser veränderte Verlauf wirke sich auf jeden Fall positiv auf die »biologische Vielfalt« aus.

Auch an der Verbesserung der Abwasserqualität aus dem Klärwerk Münchehofe werde gearbeitet, erklärt Regina Gnirß, Leiterin der Abteilung Forschung bei den Berliner Wasserbetrieben. Dazu sei eine Pilotanlage im Probelauf. Getestet werde eine zusätzliche vierte Reinigungsstufe, ähnlich wie bei der Trinkwasseraufbereitung. Ziel sei es, 98 Prozent der Nährstoffe zu entfernen. Hintergrund der Umgestaltung ist die vor zehn Jahren von den EU-Mitgliedsstaaten verabschiedete Wasserrahmenrichtlinie. Demnach sollen möglichst alle Gewässer bis 2015 in einem guten ökologischen Zustand sein.

Über rund 35 Kilometer schlängelt sich das Gewässer durch Wiesen und offene Landschaften. Das Neuenhagener Mühlenfließ entspringt nördlich von Werneuchen und mündet in Berlin in die Müggelspree. Es verbindet praktisch Berlin und Brandenburg.

Viele Anlieger, die sich gern an dem Flüsschen erholen und dort wandern, wünschen sich »übersichtlichere und eindeutig gestaltete Nutz-Bereiche in diesem Landschaftsschutzgebiet«. »Zurzeit macht hier jeder was er will – Reiter, Motorcrosser, Hunde …«, schildert ein Friedrichshagener den Zustand.

www.berlin.de/senguv

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln