Traum vom neuen Leben zerschellt an Klippen

50 Flüchtlinge aus Iran und Irak ertrinken kurz vor ihrem Ziel, der australischen Weihnachtsinsel

  • Von Christiane Oelrich, dpa
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Nach monatelanger Flucht aus der Heimat kommen Dutzende Flüchtlinge nur wenige Meter vor der rettenden Küste ums Leben. Ihr Boot zerschellt an den Klippen der australischen Weihnachtsinsel.

Das rettende Land war in greifbarer Nähe, doch ein schwerer Sturm und messerscharfe Klippen sind Dutzenden Flüchtlingen vor der Weihnachtsinsel zum Verhängnis geworden. Vor den Augen der entsetzten Inselbewohner zerschellte ihr überfülltes Boot an den Felsen. Wahrscheinlich kamen 50 Menschen ums Leben.

Die schreienden Menschen klammerten sich in Todesangst an die Trümmerteile des Bootes. Die Wucht der Wellen schleuderte viele ohne Überlebenschance gegen das Gestein. Andere wurden vom Sog unter Wasser gezogen und ertranken.

»Es war wie ein Horrorfilm in Zeitlupe«, sagte ein Augenzeuge im australischen Rundfunk. »Bei so einem Sturm mit der Strömung und vier Meter hohen Wellen ist das wie eine Waschmaschine«, sagte ein anderer Zeuge. »Es gab kaum Hoffnung für sie.«

Das ungefähr zwölf Meter lange rote Holzboot tauchte im Morgengrauen vor der Nordostküste der Insel auf, an der Flying-Fish-Bucht. An Bord waren nach Schätzungen etwa 90 Mensch...


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