Kaschierter Rausschmiss

Niedersachsens Agrarministerin gibt auf

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Vor wenigen Tagen hatte Astrid Grotelüschen noch gebockt: »Ich will auch noch in fünf Jahren Ministerin sein!« Gestern trat Niedersachsens CDU-Ministerpräsident David McAllister vor die Landespressekonferenz und gab bekannt: Die Agrarministerin hat ihren Rücktritt erklärt. Nachfolger ist der 63-jährige Gert Lindemann (CDU), früher Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium. Grotelüschen war nur acht Monate im Amt gewesen. In dieser Zeit hatten sich die Vorwürfe gegen sie gehäuft.

Im April hatte Niedersachsens damaliger CDU-Ministerpräsident Christian Wulff die Ökotrophologin Astrid Grotelüschen in die Landesregierung geholt. Schon beim Einzug ins Kabinett war die CDU-Frau von der Opposition mit Argwohn betrachtet worden. Tenor der Kritik: Da wird eine Lobbyistin in die Regierung gehievt. Schließlich war Grotelüschen in der Geschäftsführung des Mastgeflügelbetriebes ihres Ehemannes tätig.

Die große Schweigerin

Mangelhafte Vertretung des Tierschutzes war der Ministerin vorgeworfen worden, auch hieß es: Die Familie Grotelüschen profitiere von illegal beschäftigten Menschen und von Ausbeutung in Geflügelbetrieben. Von Billiglöhnen um 3,50 Euro pro Stunde war die Rede. All das schien an der Ministerin abzuprallen. Rücktrittsforderungen und Kritik der Opposition in Landtagssitzungen quittierte sie mit Schweigen. Doch selbst innerhalb der CDU wuchs der Ärger über die Ressortchefin.

Kurz bevor der M...


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