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Rohstoffforschung für die Industrie

Neues Institut in Freiberg soll Bedarf an knappen Metallen senken helfen

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Mit einem neuen nationalen Rohstoff-Zentrum, das in Sachsen angesiedelt wird, reagiert die Bundesregierung auf den weltweit harten Wettbewerb um seltene Bodenschätze und Metalle.

Freibergs traditionsreiche Bergakademie bekommt Zuwachs. 2011 soll die Technische Universität Bergakademie durch ein vom Bund und vom Land Sachsen finanziertes Ressourcentechnologisches Institut ergänzt werden. Berlin wird 90 Prozent, Dresden 10 Prozent der Kosten tragen.

Das große Interesse der Bundesregierung am Aufbau der neuen Forschungseinrichtung ist vor allem ein ökonomisches: Fast alle Rohstoffe haben sich in den letzten Jahren erheblich verteuert, was ein sicheres Zeichen für eine Verknappung ist. Dabei geht es keineswegs nur um die fossilen Energieträger wie Öl, Erdgas oder Kohle, die immer noch das Gros unserer Versorgung abdecken. Auch viele wichtige Industriegrundstoffe wie Stahl, Kupfer und Aluminium haben sich in den letzten zehn Jahren erheblich verteuert. Zwar sind ihre Preise nach ihren meist historischen Höchstständen im Frühjahr und Sommer 2008 tief abgestürzt, doch haben die Preise längst wieder erheblich angezogen. Einige Metalle wie etwa Kupfer bewegen sich schon wieder auf dem Niveau der Höchststände kurz vor dem Ausbruch der Finanzkrise.

Hinzu kommen neue Metalle, die in nicht besonders großen Mengen gebraucht werden, sich aber wegen ihrer technischen Bedeutung in der Elektronik und Energieversorgung vor allem in den letzten Jahren zu strategischen Rohstoffen entwickelt haben. Bekannt geworden sind vor allem Lithium, das für Akkus eine große Rolle spielt, und die sogenannten Seltenen Erden, eine Gruppe von speziellen Metallen. Letztere werden unter anderem für Laser und Glasfasertechnik benötigt, für Flachbildschirme und einige Typen von Windkraftanlagen oder auch für Elektromotoren. Ins Gerede kamen sie jüngst, weil über 90 Prozent der derzeitigen Produktion aus China kommt und die Volksrepublik die Ausfuhren zunehmend begrenzt, um die Lagerstätten auch langfristig für den eigenen Bedarf nutzen zu können.

Entsprechend diskutieren Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und Politiker seit Längerem darüber, dass es neuer Anstrengung für die Sicherung der Versorgung Europas und Deutschlands braucht. Eines der Ergebnisse ist die Einrichtung des neuen Ressourceninstituts in Freiberg. Mit fünf neuen Professuren und insgesamt 50 zusätzlichen Stellen soll die Einrichtung, wie Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Freitag bei der Vorstellung des Projekts erläuterte, einen Beitrag zur Rohstoffversorgung der deutschen Industrie liefern. TU-Rektor Bernd Meyer wies daraufhin, dass eine enge Verzahnung mit der Hochschule geplant sei. 20 Lehrstuhlinhaber würden ihre Forschung an das Institut verlagern und die neuen Professoren würden Lehrverpflichtung an der TU Bergakademie übernehmen.

In fünf Schwerpunkten soll nicht nur nach neuen Lagerstätten und Abbaumethoden gesucht werden. Auch an der Steigerung der Recyclingraten, dem effizienteren Materialeinsatz und am Ersatz für schwierig zu beschaffende Stoffe soll getüftelt werden. Schließlich geht es auch um die Suche nach Wegen, wie Berg- und Tagebau umweltverträglicher gestaltet und zugleich die Ausbeutungsrate, also der Ertrag pro Minen, erhöht werden können. 2011 werden die ersten Mitarbeiter ihre Büros beziehen, in drei Jahren, so hofft Meyer, wird das Institut vollständig besetzt sein.


Lexikon

In Freiberg wurde seit dem Mittelalter (Silber-)Bergbau betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1969 gab es Aktivitäten zur Blei-, Zink- und Zinngewinnung. Bereits 1765 wurde in der sächsischen Stadt am Rande des Erzgebirges die Bergakademie gegründet, die nach eigener Darstellung weltweit älteste montanwissenschaftliche Universität. Seit rund 250 Jahren werden hier Ingenieure, Geologen und allerlei andere Bergbau-Fachleute ausgebildet. Auch Alexander von Humboldt hat dort studiert. ND

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