Martin Lejeune, Lod 23.12.2010 / Politik

Gnadenloser Abriss

In Lod (Israel) zerstörten die Behörden die Häuser von 67 Menschen

Im arabischen Viertel der Stadt Lod hat die »Israel Land Administration« sieben Häuser von Beduinen abgerissen – ein politischer Skandal und eine soziale Grausamkeit. Inzwischen debattiert auch das israelische Parlament, die Knesset, das rabiate Vorgehen der Behörde, durch das 67 Menschen obdachlos wurden.

Die Häuser der Beduinen von Lod – eine Trümmerwüste

Die 12-jährige Laila Abu Eid schreibt mit blauem Filzstift ihre Hausaufgaben auf die weiße Plastikplane einer Zeltwand. »Ich löse die Rechenaufgabe an der Zeltwand, weil meine Schreibhefte und Schulbücher unter den Trümmern unseres Hauses verborgen liegen«, erklärt das Beduinenmädchen. Mit ihm wurden weitere 66 Mitglieder der Abu-Eid-Großfamilie obdachlos, als ihre Häuser abgerissen wurden.

Die »Israel Land Administration« (ILA) ist eine 1960 gegründete Regierungsorganisation, die 19 508 Quadratkilometer Land verwaltet, 93,5 Prozent der Fläche Israels. Neben dem Staat ist der größte Eigentümer dieses Bodens der 1901 gegründete Jewish National Fund (JNF), der jederzeit durch die ILA Gebäudezerstörungen auf seinem Grund ausführen lassen kann. Der JNF erkennt die von den Abu Eids errichteten Wohnhäuser nicht an. Daraufhin ordnete die ILA den sofortigen Abriss an, trotz laufender Verhandlungen über den rechtlichen Status der Immobilien. »E...

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