Massensterben in Fröbels Festsälen

Montags im ND: Serie über Obdachlose in Berlin / Teil 3: Wohlfahrt vor hundert Jahren

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Weihnachten 1911 war die Festtagsstimmung bei vielen Berlinern betrübt, als sie von der Katastrophe in der Fröbelstraße erfuhren: 70 Bedürftige starben in dem städtischen Obdach in Prenzlauer Berg an einer Lebensmittelvergiftung. Faule Bücklinge hätten sie gegessen, hieß es offiziell, doch es hielt sich das Gerücht, dass sie an giftigem Schnaps gestorben seien. Dem Mitgefühl der Berliner tat das keinen Abbruch. Sogar Kaiserin Auguste Viktoria schickte ihren Kammerjäger zum Kondolieren.

Rosa Luxemburg wunderte sich über diese öffentliche Aufmerksamkeit. Denn sonst stehe »zwischen der rechtschaffenden Arbeiterschaft und jenen Ausgestoßenen eine Mauer«, schrieb sie in der sozialdemokratischen Zeitschrift »Die Gleichheit« über das Massensterben. Mit Bedürftigen wollte eigentlich niemand etwas zu tun haben. »Diphterie, Scharlach, Typhus, Pocken, Cholera sind nicht so gefährlich für die Stadt Berlin als die sittlichen Ansteckungsstoffe, welch...

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