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Kürzungen und Preisverfall

2011 sinkt die Heringsquote für die Fischer im Nordosten erneut

  • Von Martina Rathke, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.

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Anhaltende Quotenkürzungen beim Hering und der Preisverfall beim Dorsch haben den Kutter- und Küstenfischern in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr zugesetzt.

Optimismus klingt anders. »Unsere Erlöse werden 2010 unter denen von 2009 liegen«, sagt der Präsident des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Norbert Kahlfuß. Auch wenn noch keine genauen Zahlen vorliegen, zeichne sich schon jetzt ein allenfalls mäßiges Jahresergebnis ab. So habe beim Dorsch die Erhöhung der erlaubten Fangmenge den Preisverfall nicht ausgleichen können. Und: »Den Hering gab es ausreichend in unseren Küstengewässern. Nur durften wir ihn nicht fangen«, beklagte Kahlfuß.

Es gibt allerdings Fischereifachleute, die das ganz anders sehen – und für 2011 hat die EU die Heringsfangmenge in der Ostsee um weitere 30 Prozent gekürzt. In Deutschland dürfen demnach noch 8763 Tonnen Hering gefischt werden, 5700 Tonnen davon von den Fischern im Nordosten.

Das sei nur noch ein Drittel der Fangmenge von 2008, klagen die Fischer. Bereits 2009 hatten diese eines der schlechtesten Ergebnisse seit der Wende eingefahren. Die Gesamterlöse der Kutter-und Küstenfischerei im Nordosten waren im Vergleich zu 2008 um knapp ein Viertel auf 10,1 Millionen Euro zurückgegangen. Nur in den Jahren 2004 und 1993 gab es noch schlechtere Erlöse.

Grund für die drastische Kürzung der Heringsfangmenge ist nach Angaben des Instituts für Ostseefischerei die schlechte Bestandsentwicklung des Herings in den vergangenen Jahren. Frühestens 2012/13 könne mit einer leichten Anhebung der Quote gerechnet werden, so Kalhlfuß.

Fischer, Institut und Landesregierung haben nach seinen Angaben einen »lokalen Heringsmanagementplan« erarbeitet. Danach verpflichten sich die Fischer, über die festgelegten Quotenkürzungen hinaus, in der Heringsfangzeit an bestimmten Tagen ihre Kutter im Hafen zu lassen und so den Bestand während der Laichzeit zu schonen. »Für uns ist das ein großer Schritt«, sagte Kalhfuß. Mit dem lokalen Managementplan wollen sich die Fischer Ausgleichszahlungen von der EU sichern, mit denen 50 Prozent der Ausfälle ersetzt werden sollen.

Doch das Vorhaben könnte laut Kahlfuß scheitern. Die EU wolle, dass darüber hinaus in der bereits stark dezimierten Fischereiflotte des Landes weitere Kutter stillgelegt werden. »Dafür gibt es jedoch keine Rechtsgrundlage«, so der Chef der Kutter- und Küstenfischer. Angesichts der anhaltenden Fangmengenbeschneidungen seien die 320 Fischer im Land auf die Ausgleichszahlungen angewiesen. »Wir wissen für 2011 noch nicht, ob wir auf die Nase oder die Füße fallen.«

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