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MOSEKUNDS MONTAG

SIMULANT

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 1 Min.

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In einem Kaffeehaus sah Herr Mosekund einen Bekannten, dem er geistig noch nie viel zugetraut hatte. Diesmal aber war der Mann beeindruckend tief in Gedanken versunken: das Haupthaar wirr, die Stirn tief in Falten, die Augen geschlossen, die Hand an der Schläfe. Zu gern hätte Herr Mosekund gewussst, was in diesem Gehirn gerade vorging. Er tippte den Bekannten an die Schulter, woraufhin dieser leicht zuckte und die Augen öffnete. Als er Herrn Mosekund erkannte, sagte er: »Muss wohl wieder eingenickt sein.« – »Nein», rief Herr Mosekund, »Sie haben angestrengt nachgedacht!« – »Ach was«, antwortete der Bekannte, »das ist mein neuer Denksimulator. Ein famoses Gerät. Sobald man vor sich hin döst, schaltet es sich ein. Mit umfangreichem Frisur- und Faltenwurfmenü. Wenn man erwacht, schaltet es sich automatisch ab.« Herr Mosekund glaubte, der Mann wolle ihn auf den Arm nehmen, aber dann erkannte er wieder die alte, ihm wohl vertraute biedere Visage: leere Glubschaugen, fliehende Stirn, am Schädel klebende Haarsträhnen. Em-pört über diese Perversion des technischen Fortschritts verließ Herr Mosekund das Lokal. Wenn das nun schon jeder kann, schnaubte er wütend auf dem Heimweg. Zu Hause setzte er sich vor einen großen Spiegel und übte das Denken mit vollkommen reglosem Gesicht.

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