Wettlauf der Schatzsucher

In Mecklenburg-Vorpommern setzen illegale Ausgräber die Archäologen unter Zugzwang

  • Von Martina Ruttke, dpa
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Rund 80 Prozent der archäologischen Metallfunde spüren Archäologen inzwischen mit Hilfe von Metalldetektoren auf. Der Erkenntnisgewinn ist enorm. Mit dem Einsatz der Suchgeräte kommen sie auch illegalen Schatzjägern zuvor.

Schwerin/Stralsund. Archäologe Michael Schirren dreht den goldenen Fingerring in seinen Händen. »Ist das nicht ein wunderschönes Teil?«, staunt Schirren. Das mit Einprägungen verzierte Glanzstück ist rund eintausend Jahre alt und würde auf Auktionen einen guten Preis erzielen. Doch statt bei Christie's, eBay oder in illegalen Internetbörsen um Geld zu feilschen, übergab der Menzliner (Ostvorpommern) Alfred Tunnat das edle Teil, das einst einem Wikinger gehört haben könnte, dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. »Das hat mich richtig berührt«, sagt Schirren. Für Tunnat, seit Jahrzehnten ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, war das eine Ehrensache.

Hügelgrab geplündert

Doch nicht alle Fundstücke landen in den Depots des Landesamtes. Auf illegalen Internetbörsen oder in Militaria-Foren werden alte Münzen, Waffen, Munition oder auch Schmuck angeboten. Zu den wohl spektakulärsten Fällen illegaler Schatzsuche in den letzten Jahren gehört...

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