Ein Genie lyrischer, beseelter Wiedergabe

Dem großen Pianisten Alfred Brendel zum 80. Geburtstag

  • Von Stefan Amzoll
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Robert Schumanns C-Dur-Fantasie mit Brendel, das ist ein Gebot für die Ohren. Da pedalisiert jemand, nicht um zu verhüllen und zu verunklaren, sondern um einen Gedanken, eine Struktur aus dem Raum kommen und erblühen zu lassen. Ein scheinbar leichtes Stück, doch wie schwer, es sinnfällig umzusetzen.

Interpreten, so groß sie auch waren, sind oft schnell wieder vergessen. Sie treten ab wie der Mohr, der seinen Schuldigkeit getan hat. Ihr Heim ist dann das Museum. Von Fall zu Fall reanimiert der Betrieb sie, zu runden Geburtstagen etwa, preist sie hoch, um sie wieder fallen zu lassen. Das ist ihr Los. Für den aus Wiesenberg im heutigen Tschechien stammenden Brendel kein trauriges, er lebt frisch-fröhlich in London, ist hoch geehrt, dichtet, zeichnet. Er reiste in der Welt umher, spielte mit Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms, Liszt fast alles ein, was deren Literatur herzeigt. Dabei bleibt er, der 2008 mit einem Konzert in Wien se...


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