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Hochtief mit dem Rücken zur Wand

Madrid (AFP/ND). Der spanische Baukonzern ACS ist auf dem Weg zur Übernahme seines deutschen Konkurrenten Hochtief einen entscheidenden Schritt vorangekommen. ACS hält nun 30,34 Prozent an Hochtief, teilte das Unternehmen am Dienstag in Madrid mit. Damit dürfte es deutlich einfacher werden, die Mehrheit zu übernehmen. Hochtief erklärte, die Entscheidung über den Erfolg des ACS-Angebots falle nicht vor Ende Januar. ACS hatte zuvor – wie gesetzlich vorgeschrieben – sein Angebot um zwei Wochen verlängert, womit es nun am 18. Januar endet. Aktionäre haben zudem ein Rücktrittsrecht von einer Woche nach Verkauf ihrer Papiere.

Die Schwelle von 30 Prozent bei einer Übernahme ist entscheidend, weil ab dem Wert ein Unternehmen laut gesetzlicher Definition die Kontrolle eines anderen Unternehmens übernommen hat. Denn in der Regel reichen in Hauptversammlungen 30 Prozent der Anteile, um Abstimmungen für sich zu entscheiden.

Die Strategie von ACS scheint damit aufzugehen. Normalerweise muss ein Konzern ein Pflicht-Übernahmeangebot machen, sobald er 30 Prozent an einem anderen Unternehmen hält. Da die 30-Prozent-Hürde aber im Zuge eines Angebotes übersprungen wurde, entfällt die Pflicht zu einer weiteren Offerte. Somit könnte sich ACS nun an der Börse so lange mit Hochtief-Aktien eindecken, bis die Mehrheit erreicht ist.

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