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Unbelehrbar

  • Von Steffen Schmidt
  • Lesedauer: 2 Min.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an »Deepwater Horizon«? In Washington anscheinend nicht. Nachdem die Bohrinsel im Golf von Mexiko im April 2010 explodierte, ergossen sich drei Monate lang Millionen Liter Erdöl ins Meer, allein für den Ölmulti BP summierte sich der materielle Schaden seither auf mehr als zehn Milliarden Dollar. Doch so wie BP einzig daraus »gelernt« hat, dass man potenzielle Kläger am besten mit Geld ruhigstellt, so reduziert sich der Lernprozess der Behörden offenbar auf einige kosmetische Änderungen an der zuständigen Genehmigungsbehörde und die Erhöhung der Haftungsobergrenze für Schäden bei Bohrungen im Meer.

Der Genehmigungsstopp für Tiefseebohrungen wurde schon vor drei Monaten aufgehoben. Und die im Wahlkampf gegen George W. Bush bekundete Ablehnung von Bohrungen im Polarmeer ist nun offenbar auch ins Wanken geraten. Dort will BP-Konkurrent Shell im großen Stil Öl fördern. All die Probleme, die im Golf von Mexiko auftraten, würden sich am eisigen Ende der USA noch potenzieren, wie die Langzeitwirkungen des Tankerunglücks der »Exxon Valdez« belegen.

Allerdings ist ein Erkundungs- und Förderstopp für die Tiefsee ohne eine konsequente Wende in der Energie- und Verkehrspolitik kaum durchzusetzen. Gerade der Auto- und der Flugverkehr haben bis heute keine umweltfreundliche Antriebsalternative zum Erdöl. Und 38 Prozent des Erdöls weltweit kommen aus der Tiefsee.

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