Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Welt der Küchenwunder

Fettnäpfchen, Geräte aller Art – in Hannover informiert ein Museum über die Geschichte der Kochkultur

  • Von Kathrin Steckenbach, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Vom Mittelalter bis zur Neuzeit, von Frankreich bis in die arabische Welt: Im Küchenmuseum in Hannover können Besucher einen Streifzug durch die Jahrhunderte der Kochkultur unternehmen – und in der Schulküche selbst Hand an den Kochtopf legen.

Hannover. Marlies Seelmann steht in der mittelalterlichen Küche und schaut die Besuchergruppe vor sich an. »Wissen Sie, was das ist?« Fragt sie und zeigt auf ein kleines Schälchen. »Der Futternapf für die Katze«, rät einer. »Ein Aschenbecher«, meint ein anderer. »Das ist das berühmte Fettnäpfchen«, sagt Seelmann schmunzelnd. Durch die Reihe der Besucher geht ein Staunen. Und genau darum geht es dem hannoverschen Verein »World Of Kitchen«, der im Sommer 2010 das nach seinen Angaben europaweit einmalige Küchenmuseum eröffnet hat.

Idee eines Gastronomen

»Wir wollen den Besuchern eine Welt bewusst machen, die sie jeden Tag umgibt und die man dennoch nicht richtig wahrnimmt«, sagt Museumsgründer Carl-Werner Möller Hof zum Berge. Die Idee kam ihm, als er einmal das Schokoladen-Museum in Köln besuchte. Mit Freunden gründete er 2009 den gemeinnützigen Museumsver- ein: Sie sammelten Spenden und Sponsorengelder – und ein gutes halbes Jahr später konnten die Küchen-Liebhaber in der Halle einer ehemaligen Druckerei mit dem Aufbau des Museums beginnen. 20 Küchen hat der Verein dort inzwischen eingerichtet. Viele Ausstellungsstücke stammen von Carl Möller Hof zum Berge selbst. Der 54-Jährige arbeitete über 30 Jahre lang als Gastronom in Hannover. »Dabei haben sich in meinem Lager immer mehr Geräte, Geschirr und ausgefallene Küchen-Dekorationen angesammelt«, sagt er. Die restlichen Exponate kommen aus Haushaltsauflösungen oder von Spendern. Die Besucher können durch Küchen vom Mittelalter bis zur Neuzeit wandern. Von holländischen Delfter Kacheln bis zur »Chippendale«-Küche aus England gibt es so manche ländertypische Einrichtung zu sehen. Die einzelnen Küchen sind liebevoll gestaltet. 40 weitere warten noch im Lager, der Verein will sie nach und nach auf der 1500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche aufbauen.

Gesunde Ernährung lernen

Die Besucher können im Museum aber die Küchen nicht nur an- schauen. Wer will, kann auch gleich selbst Hand an den Kochtopf legen. In einer Schul- und Lehrküche geben sechs Köche ehrenamtlich Nachhilfe. Es gibt Männerkoch-Kurse, italienische Pasta, japanische Sushi-Variationen oder auch den Junggesellen-Abschied im Küchenmuseum.

Ein wichtiger Schwerpunkt sind für Carl Möller Hof zum Berge die Kurse für Kinder. Ganze Schulklassen tummeln sich vormittags im Küchenmuseum am Herd – sie schälen Karotten, schneiden Paprika oder kochen Kartoffeln. »Sie sollen bei uns lernen, sich mit dem normalen Angebot aus dem Supermarkt gesund zu ernähren«, sagt Möller Hof zum Berge.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln