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Gut und sexy

Christina Aguilera

Christina Aguilera (Foto: AFP), geboren am 18. Dezember 1980 in Staten Island, gewann 1992 einen Talentwettbewerb in den USA. Mit ihrem zweiten Album »Stripped« gelang ihr 2002 der Durchbruch. Sie erhielt bisher fünf Grammy Awards und verkaufte mehr als 30 Millionen Alben. In »Burlesque« gibt sie ihr Debüt als Schauspielerin. Sie verkörpert Ali, die nach Los Angeles geht und im Szenelokal »Burlesque« auf ihre Chance als Gesangs- und Tanz-Star hofft.

ND: Sie wollten seit mehreren Jahren gerne einen Film machen, haben aber alle Rollen ebenso wie diese abgelehnt. Was hat Sie dann doch überzeugt?
Aguilera: Vielschichtige, komplexe Charaktere traue ich mir nicht zu. Aber ein Musical verlangt nur, was ich kann: singen und mich dazu bewegen. Steve Antins Konzept schließlich war es, das mich überzeugte.

Warum haben Sie auf einen gemeinsamen Song mit Cher verzichtet?
Darüber wurde lange diskutiert. Ich war offen für die Idee, aber es hat dramaturgisch nicht gepasst.

Wie war die Zusammenarbeit mit Cher?
Sie ist ein Profi durch und durch, warm, herzlich, sehr ehrlich und aufgeschlossen. Professionell und menschlich habe ich viel von ihr gelernt. Beim Rumhängen am Set habe ich sie gelöchert.

Und was erfahren?
Sie lebt nach dem Motto, Ehemänner und Männer kommen und gehen, aber ich bleibe immer Cher. Diese Einstellung gefällt mir sehr, denn sie bedeutet ja, als Frau ist man nicht von einem Mann abhängig, um seinen Platz im Leben und zu sich selbst zu finden.

Das steckt dann auch in Chers Figur der Theaterbesitzerin Tess. Finden sich auch Parallelen zwischen Ali und Ihnen?
Ali kann wie ich ohne Musik nicht leben. Meine innere Ruhe und mein Gleichgewicht fand ich in ihr schon in sehr jungem Alter. Ich habe die Musik als meine Form der Flucht vor den Erfahrungen mit der chaotischen Umgebung meiner Kindheit gefunden. Ali und ich lieben, was wir tun, aufzutreten und andere zu unterhalten.

Einige Kritiker bemängelten, »Burlesque« zeige Frauen so freizügig sexy, wie Männer sie sehen wollen?
Das ist ein zutiefst männlicher Standpunkt, dass Frauen sich nur sexy kleiden, um Männern zu gefallen. Für mich ist es ein Missverständnis von Weiblichkeit, das uns schon in frühem Alter eingeredet wird. Jede Frau zieht sich gerne gut und manchmal sexy an, daran ist nichts Verwerfliches. Wenn Männer das gerne sehen, warum nicht. Entscheidend ist doch, dass sich eine Frau in ihrer zweiten Haut wohl fühlt und sich nicht verkleidet. Und wenn das so ist, erwächst daraus eine ungeheure Schönheit, die den wunderschönen Körper, den eine Frau in jedem Alter hat, unterstreicht.

Wie geht es musikalisch bei Ihnen weiter?
Ich bin in einer Art Zwischenzeit. Ich möchte mich bald in meiner Musik als die Frau ausdrücken, die ich durch diesen Film geworden bin.

Interview: Katharina Dockhorn

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