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Ein Tsunami der Wut rast durch Algerien

Tote bei gewaltsamen Protesten gegen Preiserhöhungen und Missstände / Opposition ruft zum Generalstreik auf

  • Von Abida Semouri, Algier
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Brennende Reifen, Barrikaden, Tränengasschwaden in der Luft: Seit einer Woche wiederholt sich das Szenario in Algerien Abend für Abend. Mit Messern und Stangen bewaffnete Jugendliche liefern sich Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Bevorzugte Ziele sind Banken, Poststellen, Autohäuser und Luxusgeschäfte. Innenminister Dahou Ould Kablia bestätigte am Wochenende den Tod von drei Jugendlichen.

Die schweren Unruhen waren im Algierer Viertel Bab El Oued ausgebrochen, nachdem die Preise für Zucker und Öl um 30 Prozent gestiegen waren, und haben auf nahezu alle Regionen Nordalgeriens übergegriffen. Derartige Ausbrüche des Unmuts der Bevölkerung waren auch bisher fast täglich an der Tagesordnung. Ende vergangenen Jahres veröffentlichte die unabhängige Zeitung »Liberté« die traurige Bilanz von landesweit nicht weniger als 9000 »Aufständen« im Monat. Unzufriedene Bürger protestierten gegen Arbeitslosigkeit, schlechte Wasser- und Stromversorgung und fehlende Wohnungen. »Was allerdings jetzt passiert, ist ein regelrechter Tsunami der Wut«, so der Kommentator des Wochenblatts »El Watan Week-end«. »Der soziale Zusammenhalt ist zerbrochen und das in einem Moment, wo im Kampf gegen den Terrorismus mehr denn je die Verbindung zwischen Volk und Regierung gefragt sein müsste.«

Was die jugendlichen Demonstranten im wahrsten Sinne des Wortes a...


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