Die Wahrheit über Sachsenhausen

1470 von Häftling Emil Büge heimlich notierte KZ-Geheimnisse nach 70 Jahren veröffentlicht

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Das Hitlerregime erfüllte ihn mit Abneigung, aber ein lupenreiner Widerstandskämpfer war er nicht. Zwar malte Emil Büge auf einem republikanischen Militärflugplatz die Gebäude an, um sie zu tarnen, als ihn der Ausbruch des Spanienkriegs in Barcelona überrascht hatte. Doch ihn einen Interbrigadisten zu nennen, wäre nicht gerechtfertigt. Der Dekorateur aus Stettin war abenteuerlustig, ein Weltenbummler. Politik interessierte ihn nicht sonderlich. Doch nachdem ihn die Nazis ins KZ Sachsenhausen steckten, sammelte er dort mutig Material, um die Verbrechen der SS dereinst dokumentieren zu können. 60 Jahre nach Büges Tod erschien das Manuskript »1470 KZ-Geheimnisse« im November endlich als Buch.

Begeistert wie so viele zog Emil Büge einst in den Ersten Weltkrieg. Er ließ sich zum Piloten ausbilden und diente in einer Schlachtstaffel. 1920 wanderte Büge nach Mexiko aus. In Warenhäusern diverser südamerikanischer Staaten organisierte der Rekla...

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