Werbung

Teure Stolperfallen

Hauseigentum

Hauseigentümer sind dafür verantwortlich, dass die Zugänge zum Haus nicht nur von Schnee und Eis, sondern auch von eventuellen Stolperfallen frei sind.

Sie können damit einen zuverlässigen Hauswart beauftragen. Um eine Haftung des Eigentümers für Unfallschäden auszuschließen, sollte der übertragene Tätigkeitsbereich mit dem Hauswart klar schriftlich vereinbart werden und dieser dafür eine angemessene Vergütung erhalten. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Celle (Az. 8 U 15/10) verweist die Württembergische Versicherung.

Im entschiedenen Fall war ein Postzusteller vor einem Hauseingang über einen wackelnden Metallrost gestürzt und hatte sich dabei erhebliche Verletzungen zugezogen. Die Versicherungsgesellschaft, die die angefallenen Arztrechnungen reguliert hatte, verklagte den Hauseigentümer, die Kosten von rund 5000 Euro zu ersetzen, und bekam Recht.

Laut Gericht hätte der Eigentümer in angemessenen zeitlichen Abständen seine Immobilien auf eventuelle Gefahrenstellen hin überprüfen müssen. Er habe diese Pflicht auch nicht wirksam auf einen Hauswart übertragen. Der beauftragte 67-jährige Rentner war nämlich ausdrücklich nur für das Schneeräumen, Streuen, Rasenmähen und Fegen bei über 20 Mehrfamilienhäusern zuständig.

Die daneben vereinbarte »allgemeine Gebäudeaufsicht hinsichtlich der baulichen Instandhaltung« sei dagegen zu pauschal erfolgt. Für den Rentner, der im Gegensatz zu einem gewerblichen Unternehmen keine Erfahrungen als Hauswart hatte, war damit nicht klar, dass er auch laufend sämtliche Objekte auf eventuelle Gefahrenstellen hin überprüfen sollte. Außerdem sei seine Vergütung so gering gewesen, dass der Eigentümer die zuverlässige Erfüllung dieser zusätzlichen Aufgabe nicht erwarten durfte.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser:innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede:n Interessierte:n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor:in, Redakteur:in, Techniker:in oder Verlagsmitarbeiter:in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung