Der Bildnislose

STEFAN ZWEIG

Marginalien zum KLEIST-JAHR 2011

»Gott der Gerechtigkeit!
Sprich deutlich
mit dem Menschen,
dass ers weiß!
Auch, was er soll!«

Aus »Die Familie Schroffenstein« (Sylvester, V.1)

Wir haben soviel wie kein Bildnis von ihm. Die höchste ungelenke Miniatur und das zweite, ebenfalls sehr minderwertige Porträt zeigen ein alltägliches, rundes Knabengesicht für den schon erwachsenen Mann, irgendeinen jungen deutschen Menschen mit schwarzem, fragendem Blick. Nichts deutet den Dichter darin oder bloß einen geistigen Menschen, kein Zug lockt die Neugier, die Frage auf nach der Seele unter diesem kalten Antlitz: man geht vorbei, ah...






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